Werbung in KI-Assistenten: ChatGPT, Copilot und Google im Überblick
Werbung in KI-Assistenten läuft heute über drei Wege. ChatGPT hat dafür den Ads Manager von OpenAI, Microsoft Copilot nutzt Microsoft Advertising, und die KI-Antworten von Google laufen über Google Ads. Ein eigenes Konto nur für den Assistenten verlangt allein ChatGPT. Der Überblick zeigt, Stand Oktober 2026, was die Kanäle unterscheidet und in welcher Reihenfolge ein Betrieb sie angeht.

Kurz gesagt
- Nur ChatGPT hat einen eigenen Werbezugang. Copilot und die KI-Antworten von Google laufen über die Werbekonten bei Microsoft und Google.
- Wer schon bei Google oder Microsoft wirbt, kann mit vorhandenen Kampagnen teilweise bereits in KI-Antworten auftauchen.
- Ein Platz in der Antwort selbst lässt sich nicht kaufen. Dafür zählen Inhalte, Unternehmensprofil und Bewertungen.
- Für die meisten kleinen Betriebe kommen zuerst Website und Suchanzeigen, danach ein begrenzter Test in ChatGPT.
Warum KI-Assistenten zum Werbeplatz werden
Viele Fragen, für die früher mehrere Suchen nötig waren, landen heute in einem Gespräch mit einem KI-Assistenten. Wer über eine Wallbox für das neue Elektroauto nachdenkt, lässt sich dort Ladeleistung, Anschluss und Ablauf erklären, bevor er einen Elektrobetrieb anfragt.
An genau dieser Stelle zeigen die ersten Anbieter inzwischen Anzeigen. Für Betriebe sind Stand Oktober 2026 drei Wege wichtig: ChatGPT, Microsoft Copilot und die KI-Antworten von Google. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie man sie bucht.
Die drei Wege im Überblick
| Kanal | Gebucht über | Eigenes Konto nötig? | Grundlage der Anzeige |
|---|---|---|---|
| ChatGPT | Ads Manager von OpenAI, Stand Oktober 2026 als Beta | Ja | Thema des Gesprächs, dazu Sprache, ungefährer Standort und Gerät |
| Microsoft Copilot | Microsoft Advertising | Nein, es genügt ein Konto bei Microsoft Advertising | Vorhandene Kampagnen und Anzeigen |
| Google mit KI-Übersichten und KI-Modus | Google Ads | Nein, es laufen bestehende Kampagnen | Bestehende Kampagnen, das Angebot an Formaten in Deutschland ändert sich laufend |
Die Tabelle zeigt den wichtigsten Unterschied. ChatGPT ist ein neuer Werbeplatz mit eigenem Zugang und eigenen Regeln. Bei Microsoft und Google können Kampagnen, die es schon gibt, zusätzlich in den KI-Antworten erscheinen.
ChatGPT: neuer Werbeplatz mit eigenen Regeln
In ChatGPT steht die Anzeige unter der Antwort, als gesponsert gekennzeichnet und vom Text getrennt. Seit Ende August 2026 sehen auch Nutzer in Deutschland und Österreich solche Anzeigen, allerdings nur in der kostenlosen Fassung und im Tarif Go. Plus, Pro und die Tarife für Unternehmen und Bildung bleiben werbefrei.
Suchbegriffe gibt es dort nicht, die Anzeige richtet sich nach dem Thema des Gesprächs. Im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz ist die persönliche Ausrichtung zunächst abgeschaltet. Einzelne Branchen wie Gesundheit, Finanzdienstleistungen, Partnervermittlung und Politik sind vorerst ausgeschlossen. Während der Beta können sich diese Regeln ändern, den aktuellen Stand nennt OpenAI im Ads Manager. Was das für einen Betrieb bedeutet, steht auf unserer Seite zu ChatGPT Ads.
Microsoft Copilot: Anzeigen aus dem vorhandenen Konto
Für Copilot gibt es keinen eigenen Zugang. Die Anzeigen laufen über Microsoft Advertising und entstehen aus Kampagnen und Anzeigen, die im Konto bereits angelegt sind.
Für einen Betrieb heißt das: Wer bei Microsoft Advertising bisher nicht wirbt, braucht zuerst dort ein Konto mit gepflegten Kampagnen. Wer dort schon wirbt, kann mit seinen Anzeigen auch in Copilot erscheinen. Texte und Zielseiten sollten dann auch zu Fragen passen, wie sie in einem Gespräch gestellt werden.
Google: KI-Übersichten und KI-Modus über Google Ads
Bei Google laufen Anzeigen in den KI-Übersichten und im KI-Modus über die Kampagnen, die in Google Ads ohnehin bestehen. Ein zusätzliches Konto ist nicht nötig. Welche dieser Formate in Deutschland schon laufen, ändert sich allerdings laufend, deshalb lohnt sich ein Blick auf das einzelne Konto statt einer pauschalen Aussage.
Für die Arbeit im Konto ändert sich trotzdem etwas. Fragen in einer KI-Suche sind oft länger und genauer als ein klassischer Suchbegriff. Klare Leistungsseiten und Anzeigentexte, die echte Fragen beantworten, passen dazu besser als eine Liste knapper Schlagworte. Die Betreuung solcher Kampagnen gehört bei uns zu Google Ads.
Was alle drei Kanäle gemeinsam verlangen
So verschieden die Zugänge sind, die Grundlagen sind dieselben. Fehlt eine davon, sagt auch ein sorgfältig geplanter Test wenig aus.
- Ein klar beschriebenes Angebot. Was der Betrieb macht, für wen und in welchem Gebiet, steht eindeutig in Anzeige und Seite.
- Eine Seite hinter der Anzeige, die dort ansetzt, wo die Frage aufgehört hat, und zu einer Anfrage führt.
- Messung nach Einwilligung. Anfragen werden gezählt, und Besucher entscheiden selbst, ob Messwerkzeuge laden.
- Schnelle Antworten. Wer anfragt, hört zeitnah vom Betrieb. Sonst verpufft jede Anzeige.
Anzeige und Nennung in der Antwort sind zwei Dinge
Werbung kauft einen Platz neben dem Gespräch. In ChatGPT steht die Anzeige unter der Antwort, und laut OpenAI beeinflusst sie den Inhalt der Antwort nicht. Ob ein Assistent einen Betrieb in der Antwort selbst nennt, ist eine andere Frage.
Hier zählen Inhalte statt Gebote: Leistungsseiten, die Fragen klar beantworten, ein vollständiges Unternehmensprofil und echte Bewertungen. Daran arbeiten wir mit Suchmaschinenoptimierung und Local SEO. Eine Nennung zusagen kann dabei niemand, die Chancen darauf lassen sich aber verbessern.
Womit ein kleiner Betrieb anfängt
- Website und Unternehmensprofil in Ordnung bringen. Jede wichtige Leistung hat eine eigene Seite, das Profil bei Google ist vollständig und aktuell.
- Suchanzeigen aufbauen, die funktionieren. Wer bei Google Ads messbar Anfragen bekommt, hat die Grundlage, auf der auch die KI-Formate von Google aufsetzen.
- Microsoft prüfen. Läuft dort schon ein Konto, ist Copilot teilweise bereits abgedeckt. Ein neues Konto bei Microsoft Advertising ist ein eigener Schritt mit eigener Pflege.
- ChatGPT gezielt testen. Das lohnt sich vor allem, wenn das Angebot Erklärung braucht und Kunden vor der Entscheidung viele Fragen stellen. Weil Erfahrungswerte aus dem deutschen Markt noch jung sind, bleibt der Test klar begrenzt.
Für dringende Leistungen wie Notdienste oder Reparaturen bleibt die klassische Suche meist der wichtigste Weg. Die KI-Kanäle ergänzen sie, und welcher davon sich lohnt, zeigt erst ein Test mit dem eigenen Angebot.









