ChatGPT Ads und Datenschutz: Was in Europa gilt
Wer ChatGPT Ads schaltet, bekommt zusammengefasste Zahlen zu seinen Kampagnen und sieht weder Unterhaltungen noch persönliche Daten der Nutzer. In Europa wählt ChatGPT Anzeigen zunächst ohne persönliche Ausrichtung aus. Pflichten entstehen für Betriebe vor allem auf der eigenen Website: Das Pixel von OpenAI braucht eine Einwilligung, und die Datenschutzerklärung muss die Messung abbilden.

Kurz gesagt
- Was in ChatGPT geschieht, regelt OpenAI. Was auf der eigenen Website geschieht und von dort an OpenAI geht, liegt in der Hand des Betriebs.
- In Deutschland, im übrigen Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz ist die persönliche Ausrichtung zunächst abgeschaltet. Frühere Chats zählen nur mit ausdrücklicher Zustimmung.
- Werbetreibende sehen Einblendungen, Klicks, Kosten und Anfragen als zusammengefasste Zahlen, aber keine Gespräche.
- In Deutschland gelten für die Messung auf der Website DSGVO und TDDDG. Das Pixel darf erst nach Einwilligung laden.
Zwei Bereiche mit getrennten Zuständigkeiten
Beim Datenschutz rund um ChatGPT Ads lohnt es sich, zwei Bereiche zu trennen. Der erste liegt bei OpenAI: Welche Anzeige ein Nutzer sieht, welche Angaben dafür zählen und was er selbst einstellen kann, regelt die Plattform. Der zweite beginnt mit dem Klick. Ab dann ist der Nutzer Besucher auf der Website des Betriebs, und dort gelten dieselben Regeln wie bei jedem anderen Besuch.
In Deutschland sind das vor allem zwei Gesetze. Die Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten. Das Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz, kurz TDDDG, regelt unter anderem, wann auf das Gerät eines Besuchers zugegriffen werden darf, etwa über Cookies und vergleichbare Techniken.
Dieser Beitrag beschreibt die Lage mit Stand Oktober 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung. Wie die Regeln im eigenen Betrieb anzuwenden sind, beurteilen Datenschutzbeauftragte oder Kanzleien.
Wie ChatGPT in Europa Anzeigen auswählt
Grundlage der Auswahl ist das Thema, über das gerade gesprochen wird. Daneben fließen nur grobe Angaben ein: Sprache, ungefährer Standort, Gerät. Für Deutschland, den übrigen Europäischen Wirtschaftsraum und die Schweiz gilt eine Besonderheit: Die persönliche Ausrichtung ist zunächst abgeschaltet. Auf frühere Chats und gespeicherte Erinnerungen greift die Auswahl nur zurück, wenn der Nutzer dem ausdrücklich zugestimmt hat. Widerrufen lässt sich das jederzeit.
Dazu kommen Grenzen und Einstellungen, die OpenAI nach eigenen Angaben vorsieht:
- keine Werbung für Nutzer unter 18 Jahren, wobei auch ein vermutetes Alter zählt
- werbefreie Gespräche über sensible oder regulierte Themen, genannt werden etwa Gesundheit, psychische Gesundheit und Politik
- Anzeigen nur in der kostenlosen Fassung und im Tarif Go, nicht in Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu
- die Möglichkeit für Nutzer, Anzeigen auszublenden oder zu melden, nachzusehen, warum eine Anzeige erscheint, und ihre Werbedaten zu löschen
Für Werbetreibende heißt das: Ob frühere Chats in die Auswahl einfließen, entscheiden in Europa die Nutzer selbst. Wer eine Anzeige gesehen hat, erfährt der Betrieb in keinem Fall.
Was Werbetreibende sehen und was nicht
Eine naheliegende Sorge lautet: Wer Anzeigen schaltet, liest mit, worüber Menschen mit ChatGPT sprechen. Das ist nicht der Fall. Werbetreibende bekommen Zahlen in zusammengefasster Form, aber keinen Einblick in einzelne Gespräche.
| Angabe | Für Werbetreibende sichtbar? |
|---|---|
| Einblendungen, Klicks und Kosten | Ja, als zusammengefasste Zahlen |
| Anfragen, sofern sie gemessen werden | Ja, als zusammengefasste Zahlen |
| Wortlaut der Unterhaltungen | Nein |
| Frühere Chats und Erinnerungen | Nein |
| Namen, Kontaktdaten und andere persönliche Daten der Nutzer | Nein |
Ein Beispiel macht die Grenze greifbar. Ein Küchenstudio wirbt in ChatGPT für Beratungstermine. Jemand fragt, welche Arbeitshöhe eine Küche für große Menschen haben sollte, sieht die Anzeige und klickt. Bis dahin weiß das Küchenstudio nichts über diese Person. Erst wenn sie auf der Website das Formular ausfüllt, hat der Betrieb Name und Telefonnummer. Ab diesem Moment ist es eine Anfrage wie jede andere, mit denselben Pflichten.
Auf der eigenen Website: Pixel, Conversions API und Parameter
Für die Messung gibt es drei Werkzeuge, und jedes wirft eigene Fragen auf:
- Pixel von OpenAI. Es wird in die Website eingebunden und meldet Ereignisse wie eine abgeschickte Anfrage an OpenAI. Dafür braucht es die Einwilligung der Besucher, und vor der Zustimmung darf es nicht laden.
- Conversions API. Hier übermittelt der Server der Website Ereignisse an OpenAI. Dass dabei kein Skript im Browser läuft, heißt nicht, dass keine Daten fließen. Welche Angaben übertragen werden, auf welcher Grundlage und ob eine Einwilligung nötig ist, gehört vor dem Einsatz geklärt.
- Kampagnen-Parameter. Zusätze im Link, an denen die eigene Statistik die Herkunft eines Besuchs erkennt. Die Parameter selbst enthalten keine Angaben zur Person, solange niemand welche hineinschreibt. Was die Statistik daraus macht, hängt vom eingesetzten Werkzeug und seinen Einstellungen ab.
Was davon personenbezogene Daten verarbeitet, gehört mit Zweck und Empfänger in die Datenschutzerklärung, dazu der Hinweis, wie sich eine Einwilligung widerrufen lässt. Weil ein Teil der Besucher ablehnt, bleiben die gemessenen Zahlen unvollständig. Das liegt nicht an der Einrichtung, es ist die Folge einer echten Wahl.
Checkliste vor dem Start
Diese Punkte sind erledigt, bevor die erste Anzeige läuft:
- Die eigene Branche ist für Werbung in ChatGPT zugelassen. Vorerst ausgeschlossen sind unter anderem Partnervermittlung, Gesundheit, Finanzdienstleistungen und Politik.
- Das Werbekonto läuft auf den Betrieb, und es ist festgehalten, wer Zugriff darauf hat.
- Es ist entschieden, welche Werkzeuge messen: Kampagnen-Parameter, Pixel, Conversions API oder mehrere davon.
- Das Einwilligungsfenster nennt OpenAI als Empfänger und die Messung von Anzeigen als Zweck. Ablehnen kostet nicht mehr Klicks als Zustimmen.
- Das Pixel lädt nachweislich erst nach der Zustimmung. Geprüft wird das in einem privaten Browserfenster mit den Entwicklerwerkzeugen, bevor irgendetwas angeklickt ist.
- Für die Conversions API ist dokumentiert, welche Daten an OpenAI gehen und auf welcher Grundlage.
- Die Datenschutzerklärung beschreibt die eingesetzten Werkzeuge. Bei Texten aus einem Generator ist geprüft, ob ein passender Baustein vorhanden ist.
- Die Kampagnen-Parameter enthalten keine Namen, E-Mail-Adressen oder andere Angaben zu Personen.
- Das Formular auf der Zielseite fragt nur ab, was für die erste Antwort nötig ist.
Einwilligungsfenster und Messung richten wir technisch ein, zum Beispiel auf einer WordPress-Website, und testen, ob das Pixel vor der Zustimmung wirklich stillhält. Texte und rechtliche Einordnung kommen von Datenschutzbeauftragten oder Kanzlei.
Checkliste für den laufenden Betrieb
Mit dem Start ist das Thema nicht erledigt. Diese Punkte gehören in einen festen Rhythmus:
- Neue Werkzeuge oder geänderte Einstellungen zur Messung gehen erst online, wenn die Datenschutzerklärung angepasst ist.
- Zugänge zum Werbekonto werden entzogen, sobald jemand den Betrieb verlässt oder ein Dienstleister die Betreuung beendet.
- Anfragen aus Anzeigen landen dort, wo alle Anfragen landen, und werden nach denselben Regeln aufbewahrt und gelöscht.
- In festen Abständen wird geprüft, ob Einwilligungsfenster und Datenschutzerklärung noch zu dem passen, was die Website tatsächlich lädt.
- Hinweise von OpenAI zu Änderungen an Auswahl oder Messung werden gelesen und bei Bedarf rechtlich eingeordnet.
Die technische Seite übernehmen wir als Teil der Betreuung von ChatGPT Ads: Messung nach Einwilligung einrichten, testen und mit der Datenschutzerklärung abstimmen. Für Anzeigen in anderen KI-Assistenten wie Microsoft Copilot oder bei Google gelten die Regeln der jeweiligen Plattform. Einen Überblick gibt die Seite Werbung in KI-Assistenten.









