Website-Wartung: Was dazugehört, wie oft und welcher Vertrag passt
Zur Website-Wartung gehören Updates, Sicherungen, Sicherheitsprüfungen, Funktionstests und die Pflege der Inhalte. Wie oft das nötig ist, hängt vom System und vom Umfang ab: Einer kleinen WordPress-Seite genügt oft ein Durchgang im Quartal, ein Shop braucht engere Abstände. Ob sich ein Wartungsvertrag lohnt, entscheiden Umfang und Risiko.

Kurz gesagt
- Wartung besteht aus fünf Teilen: aktualisieren, sichern, absichern, testen und Inhalte pflegen.
- Der Abstand richtet sich danach, wie viel auf der Seite läuft und was ein Ausfall kosten würde.
- Eine Sicherung zählt erst, wenn sie außerhalb des Servers liegt und das Zurückspielen geprüft wurde.
- Ein Wartungsvertrag regelt Aufgaben, Rhythmus, Erreichbarkeit und die Übergabe der Zugänge schriftlich.
Warum eine fertige Website trotzdem Wartung braucht
Eine Website wirkt fertig, sobald sie online ist. Technisch ist sie ein Stück Software, das auf einem Server läuft und aus vielen Teilen besteht: dem Redaktionssystem, einem Theme für die Gestaltung, Erweiterungen für einzelne Funktionen und der Serversoftware darunter. Jedes dieser Teile wird von anderen Leuten weiterentwickelt und bekommt neue Versionen.
Bleibt eine Seite über längere Zeit unberührt, laufen die Teile auseinander. Bekannte Sicherheitslücken bleiben offen, Erweiterungen vertragen sich nicht mehr mit der Serversoftware, und irgendwann fällt eine Funktion aus, ohne dass es jemand bemerkt. Als Beispiel dient hier WordPress, die Grundsätze gelten für andere Systeme genauso.
Die fünf Teile der Website-Wartung
Aktualisieren
WordPress, Theme und Erweiterungen erhalten neue Versionen. Kleine Sicherheitskorrekturen können automatisch laufen, größere Versionssprünge werden zuerst auf einer Kopie der Seite ausprobiert. Dazu gehört die PHP-Version des Servers, also die Version der Programmiersprache, in der WordPress läuft. Jede davon wird nur eine begrenzte Zeit mit Korrekturen versorgt.
Sichern
Gesichert werden Dateien und Datenbank, und zwar an einem Ort außerhalb des Servers. Wichtig ist, dass mehrere Stände aufbewahrt werden. Ein Schaden fällt manchmal erst nach Wochen auf, und dann hilft die Sicherung von gestern nicht weiter.
Absichern
Hierher gehören die Benutzerkonten: Wer hat Zugang, mit welchen Rechten, und gibt es Konten von Personen, die längst nicht mehr im Betrieb sind? Dazu kommen sichere Passwörter, eine Anmeldung mit zweitem Faktor für Administratoren und das Entfernen von Erweiterungen, die ihr Hersteller nicht mehr pflegt.
Testen
Nach jedem Durchgang werden die wichtigen Wege durchgespielt: Kontaktformular abschicken, Buchung oder Bestellung auslösen, Seite am Handy öffnen. Geprüft wird auch, ob das Zertifikat für die verschlüsselte Verbindung gültig ist und ob Nachrichten aus dem Formular tatsächlich im Postfach ankommen.
Inhalte pflegen
Öffnungszeiten, Ansprechpartner, Leistungen, Stellenangebote: Auch Inhalte veralten. Dieser Teil zählt zur Homepage-Pflege, weil eine technisch einwandfreie Seite mit falscher Telefonnummer ihren Zweck verfehlt.
Wie oft ist was fällig?
Feste Vorschriften gibt es nicht. Die folgenden Abstände haben sich für typische Firmenseiten bewährt und dienen als Ausgangspunkt.
| Aufgabe | Üblicher Abstand | Anlass für sofortiges Handeln |
|---|---|---|
| Sicherheitsupdates | Zeitnah nach Erscheinen | Bekannt gewordene Lücke in einer genutzten Erweiterung |
| Übrige Updates von System, Theme und Erweiterungen | Monatlich bis vierteljährlich | Eine Funktion fällt aus oder zeigt Fehler |
| Sicherung von Dateien und Datenbank | Automatisch, je nach Änderungshäufigkeit täglich bis wöchentlich | Vor jedem Update und vor größeren Änderungen |
| Zurückspielen einer Sicherung testen | In festen, vorher vereinbarten Abständen | Wechsel des Hosters oder des Sicherungswegs |
| Formulare, Buchung und Bestellweg prüfen | Nach jedem Durchgang | Auffällig wenige Anfragen |
| Benutzerkonten und Zugänge durchsehen | Halbjährlich | Mitarbeiter oder Dienstleister scheidet aus |
| Inhalte auf Richtigkeit prüfen | Vierteljährlich bis halbjährlich | Änderung bei Zeiten, Team oder Angebot |
| Ladezeit und Fehlermeldungen in der Search Console | Vierteljährlich | Spürbar langsamere Seite, Einbruch bei den Besuchern |
Als grobe Einteilung: Eine kleine Firmenseite ohne Sonderfunktionen kommt mit einem Durchgang im Quartal oder Halbjahr aus, wenn Sicherheitskorrekturen automatisch laufen. Eine Seite mit Buchung, Mitgliederbereich oder vielen Erweiterungen wird monatlich gewartet. Ein Shop mit täglichen Bestellungen braucht den engsten Rhythmus, weil jeder Ausfall unmittelbar Umsatz kostet.
So läuft ein Wartungsdurchgang ab
- Sichern. Vor jeder Änderung entsteht eine vollständige Sicherung von Dateien und Datenbank.
- Sichten. Welche Updates stehen an, welche davon schließen Sicherheitslücken, und was schreiben die Hersteller zu größeren Sprüngen?
- Auf einer Kopie ausprobieren. Größere Updates laufen zuerst in einer Testumgebung, die der echten Seite gleicht.
- Aktualisieren. System, Theme und Erweiterungen kommen in sinnvoller Reihenfolge auf den neuen Stand.
- Nachprüfen. Formulare, Buchung oder Bestellung, Darstellung am Handy und Zertifikat werden kontrolliert.
- Festhalten. Eine kurze Notiz sagt, was erledigt wurde und was beim nächsten Mal ansteht.
Bei einer kleinen, gepflegten Seite ist ein solcher Durchgang meist schnell erledigt, und die Seite bleibt währenddessen erreichbar. Länger dauert es nach einem langen Stillstand oder wenn ein Update Nacharbeit verlangt.
Was ein Betrieb selbst erledigen kann
Nicht alles muss außer Haus. Eine sinnvolle Teilung trennt Inhalte und Technik.
Gut selbst machbar
- Texte, Bilder und Öffnungszeiten ändern
- Neue Projekte, Beiträge oder Stellenangebote anlegen
- Einmal im Monat das eigene Kontaktformular testen
- Ausgeschiedene Mitarbeiter melden, damit ihr Zugang entfernt wird
Besser in geübten Händen
- Größere Updates mit vorheriger Sicherung und Test auf einer Kopie
- Einrichtung und Kontrolle der Sicherungen
- Wechsel der PHP-Version und Umzüge zwischen Servern
- Fehlersuche, wenn nach einem Update etwas nicht mehr funktioniert
Wer die Technik selbst übernimmt, braucht dafür einen festen Termin im Kalender und eine Person, die zuständig ist. Wartung, die „irgendwer bei Gelegenheit“ macht, findet erfahrungsgemäß nicht statt.
Woran man vernachlässigte Wartung erkennt
- Im Verwaltungsbereich stehen viele offene Aktualisierungen.
- Niemand weiß, wo die Zugänge zu Hosting und Domain liegen.
- Die letzte Sicherung lässt sich nicht benennen.
- Der Browser zeigt eine Warnung zur Verbindung.
- Über das Kontaktformular kommt seit Wochen nichts mehr an.
- Die Seite ist merklich langsamer geworden.
Treffen mehrere Punkte zu, beginnt die Wartung mit einer Bestandsaufnahme und einem größeren ersten Durchgang. Je länger der Stillstand war, desto vorsichtiger wird aktualisiert: Stück für Stück, mit einer Sicherung vor jedem Schritt. Wie es um die eigene Seite steht, zeigt auch unser Website-Check, das Ergebnis besprechen wir im kostenfreien Erstgespräch.
Was in einen Wartungsvertrag gehört
Wartung lässt sich als Einzelauftrag nach Aufwand oder als laufende Betreuung mit festem Rhythmus organisieren. Der Einzelauftrag passt zu kleinen Seiten und zu Betrieben, die den Überblick selbst behalten. Wer sich für einen Vertrag entscheidet, sollte diese Punkte schriftlich geregelt sehen:
- welche Aufgaben enthalten sind, von Updates über Sicherungen bis zur Kontrolle der Zugänge
- der Rhythmus der Durchgänge und was bei einer akuten Sicherheitslücke geschieht
- wo die Sicherungen liegen, wie lange sie aufbewahrt werden und wie oft das Zurückspielen geprüft wird
- wie schnell bei einer Störung jemand reagiert und auf welchem Weg
- ob kleine Änderungen an Texten und Bildern dazugehören oder getrennt abgerechnet werden
- wie du erfährst, was bei einem Durchgang erledigt wurde
- Laufzeit, Kündigung und die Übergabe aller Zugänge am Ende
Bei unserer Website-Wartung stehen Durchgänge im monatlichen, vierteljährlichen oder halbjährlichen Abstand zur Wahl, jeweils mit einer kurzen Rückmeldung, was erledigt wurde. Betreut werden auch Seiten, die jemand anderes gebaut hat.
Die wichtigste Vorsorge braucht keine Technik: Domain und Hosting laufen auf den Betrieb selbst, und alle Zugänge liegen an einem Ort, den mehr als eine Person kennt.
Wovon der Aufwand für die Wartung abhängt
Einen festen Satz für alle Websites gibt es nicht. Wie viel Arbeit eine Seite macht, hängt vor allem hiervon ab:
- die Zahl der Erweiterungen und wie gut ihre Hersteller sie pflegen
- Funktionen wie Shop, Buchung oder Mitgliederbereich
- der gewählte Rhythmus und die vereinbarte Erreichbarkeit
- der Zustand zu Beginn, vor allem nach langem Stillstand
- ob Änderungen an Inhalten dazugehören
Vieles davon entscheidet sich schon beim Bau. Eine schlank aufgebaute WordPress-Website mit wenigen, gepflegten Erweiterungen übersteht Updates meist ohne Nacharbeit, eine Seite mit dreißig Erweiterungen aus ebenso vielen Quellen selten. Was niemand nutzt, wird beim Aufräumen gelöscht statt bloß abgeschaltet. Die Einflussgrößen im Einzelnen stehen auf der Seite Kosten.









