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Website-Wartung: Was dazugehört, wie oft und welcher Vertrag passt

Zur Website-Wartung gehören Updates, Sicherungen, Sicherheitsprüfungen, Funktionstests und die Pflege der Inhalte. Wie oft das nötig ist, hängt vom System und vom Umfang ab: Einer kleinen WordPress-Seite genügt oft ein Durchgang im Quartal, ein Shop braucht engere Abstände. Ob sich ein Wartungsvertrag lohnt, entscheiden Umfang und Risiko.

Von Mike Heinbuch7 Minuten Lesezeit

Laptop mit hellem Bildschirm auf einem weißen Tisch im Tageslicht

Kurz gesagt

  • Wartung besteht aus fünf Teilen: aktualisieren, sichern, absichern, testen und Inhalte pflegen.
  • Der Abstand richtet sich danach, wie viel auf der Seite läuft und was ein Ausfall kosten würde.
  • Eine Sicherung zählt erst, wenn sie außerhalb des Servers liegt und das Zurückspielen geprüft wurde.
  • Ein Wartungsvertrag regelt Aufgaben, Rhythmus, Erreichbarkeit und die Übergabe der Zugänge schriftlich.

Warum eine fertige Website trotzdem Wartung braucht

Eine Website wirkt fertig, sobald sie online ist. Technisch ist sie ein Stück Software, das auf einem Server läuft und aus vielen Teilen besteht: dem Redaktionssystem, einem Theme für die Gestaltung, Erweiterungen für einzelne Funktionen und der Serversoftware darunter. Jedes dieser Teile wird von anderen Leuten weiterentwickelt und bekommt neue Versionen.

Bleibt eine Seite über längere Zeit unberührt, laufen die Teile auseinander. Bekannte Sicherheitslücken bleiben offen, Erweiterungen vertragen sich nicht mehr mit der Serversoftware, und irgendwann fällt eine Funktion aus, ohne dass es jemand bemerkt. Als Beispiel dient hier WordPress, die Grundsätze gelten für andere Systeme genauso.

Die fünf Teile der Website-Wartung

Aktualisieren

WordPress, Theme und Erweiterungen erhalten neue Versionen. Kleine Sicherheitskorrekturen können automatisch laufen, größere Versionssprünge werden zuerst auf einer Kopie der Seite ausprobiert. Dazu gehört die PHP-Version des Servers, also die Version der Programmiersprache, in der WordPress läuft. Jede davon wird nur eine begrenzte Zeit mit Korrekturen versorgt.

Sichern

Gesichert werden Dateien und Datenbank, und zwar an einem Ort außerhalb des Servers. Wichtig ist, dass mehrere Stände aufbewahrt werden. Ein Schaden fällt manchmal erst nach Wochen auf, und dann hilft die Sicherung von gestern nicht weiter.

Absichern

Hierher gehören die Benutzerkonten: Wer hat Zugang, mit welchen Rechten, und gibt es Konten von Personen, die längst nicht mehr im Betrieb sind? Dazu kommen sichere Passwörter, eine Anmeldung mit zweitem Faktor für Administratoren und das Entfernen von Erweiterungen, die ihr Hersteller nicht mehr pflegt.

Testen

Nach jedem Durchgang werden die wichtigen Wege durchgespielt: Kontaktformular abschicken, Buchung oder Bestellung auslösen, Seite am Handy öffnen. Geprüft wird auch, ob das Zertifikat für die verschlüsselte Verbindung gültig ist und ob Nachrichten aus dem Formular tatsächlich im Postfach ankommen.

Inhalte pflegen

Öffnungszeiten, Ansprechpartner, Leistungen, Stellenangebote: Auch Inhalte veralten. Dieser Teil zählt zur Homepage-Pflege, weil eine technisch einwandfreie Seite mit falscher Telefonnummer ihren Zweck verfehlt.

Wie oft ist was fällig?

Feste Vorschriften gibt es nicht. Die folgenden Abstände haben sich für typische Firmenseiten bewährt und dienen als Ausgangspunkt.

AufgabeÜblicher AbstandAnlass für sofortiges Handeln
SicherheitsupdatesZeitnah nach ErscheinenBekannt gewordene Lücke in einer genutzten Erweiterung
Übrige Updates von System, Theme und ErweiterungenMonatlich bis vierteljährlichEine Funktion fällt aus oder zeigt Fehler
Sicherung von Dateien und DatenbankAutomatisch, je nach Änderungshäufigkeit täglich bis wöchentlichVor jedem Update und vor größeren Änderungen
Zurückspielen einer Sicherung testenIn festen, vorher vereinbarten AbständenWechsel des Hosters oder des Sicherungswegs
Formulare, Buchung und Bestellweg prüfenNach jedem DurchgangAuffällig wenige Anfragen
Benutzerkonten und Zugänge durchsehenHalbjährlichMitarbeiter oder Dienstleister scheidet aus
Inhalte auf Richtigkeit prüfenVierteljährlich bis halbjährlichÄnderung bei Zeiten, Team oder Angebot
Ladezeit und Fehlermeldungen in der Search ConsoleVierteljährlichSpürbar langsamere Seite, Einbruch bei den Besuchern

Als grobe Einteilung: Eine kleine Firmenseite ohne Sonderfunktionen kommt mit einem Durchgang im Quartal oder Halbjahr aus, wenn Sicherheitskorrekturen automatisch laufen. Eine Seite mit Buchung, Mitgliederbereich oder vielen Erweiterungen wird monatlich gewartet. Ein Shop mit täglichen Bestellungen braucht den engsten Rhythmus, weil jeder Ausfall unmittelbar Umsatz kostet.

So läuft ein Wartungsdurchgang ab

  1. Sichern. Vor jeder Änderung entsteht eine vollständige Sicherung von Dateien und Datenbank.
  2. Sichten. Welche Updates stehen an, welche davon schließen Sicherheitslücken, und was schreiben die Hersteller zu größeren Sprüngen?
  3. Auf einer Kopie ausprobieren. Größere Updates laufen zuerst in einer Testumgebung, die der echten Seite gleicht.
  4. Aktualisieren. System, Theme und Erweiterungen kommen in sinnvoller Reihenfolge auf den neuen Stand.
  5. Nachprüfen. Formulare, Buchung oder Bestellung, Darstellung am Handy und Zertifikat werden kontrolliert.
  6. Festhalten. Eine kurze Notiz sagt, was erledigt wurde und was beim nächsten Mal ansteht.

Bei einer kleinen, gepflegten Seite ist ein solcher Durchgang meist schnell erledigt, und die Seite bleibt währenddessen erreichbar. Länger dauert es nach einem langen Stillstand oder wenn ein Update Nacharbeit verlangt.

Was ein Betrieb selbst erledigen kann

Nicht alles muss außer Haus. Eine sinnvolle Teilung trennt Inhalte und Technik.

Gut selbst machbar

  • Texte, Bilder und Öffnungszeiten ändern
  • Neue Projekte, Beiträge oder Stellenangebote anlegen
  • Einmal im Monat das eigene Kontaktformular testen
  • Ausgeschiedene Mitarbeiter melden, damit ihr Zugang entfernt wird

Besser in geübten Händen

  • Größere Updates mit vorheriger Sicherung und Test auf einer Kopie
  • Einrichtung und Kontrolle der Sicherungen
  • Wechsel der PHP-Version und Umzüge zwischen Servern
  • Fehlersuche, wenn nach einem Update etwas nicht mehr funktioniert

Wer die Technik selbst übernimmt, braucht dafür einen festen Termin im Kalender und eine Person, die zuständig ist. Wartung, die „irgendwer bei Gelegenheit“ macht, findet erfahrungsgemäß nicht statt.

Woran man vernachlässigte Wartung erkennt

  • Im Verwaltungsbereich stehen viele offene Aktualisierungen.
  • Niemand weiß, wo die Zugänge zu Hosting und Domain liegen.
  • Die letzte Sicherung lässt sich nicht benennen.
  • Der Browser zeigt eine Warnung zur Verbindung.
  • Über das Kontaktformular kommt seit Wochen nichts mehr an.
  • Die Seite ist merklich langsamer geworden.

Treffen mehrere Punkte zu, beginnt die Wartung mit einer Bestandsaufnahme und einem größeren ersten Durchgang. Je länger der Stillstand war, desto vorsichtiger wird aktualisiert: Stück für Stück, mit einer Sicherung vor jedem Schritt. Wie es um die eigene Seite steht, zeigt auch unser Website-Check, das Ergebnis besprechen wir im kostenfreien Erstgespräch.

Was in einen Wartungsvertrag gehört

Wartung lässt sich als Einzelauftrag nach Aufwand oder als laufende Betreuung mit festem Rhythmus organisieren. Der Einzelauftrag passt zu kleinen Seiten und zu Betrieben, die den Überblick selbst behalten. Wer sich für einen Vertrag entscheidet, sollte diese Punkte schriftlich geregelt sehen:

  • welche Aufgaben enthalten sind, von Updates über Sicherungen bis zur Kontrolle der Zugänge
  • der Rhythmus der Durchgänge und was bei einer akuten Sicherheitslücke geschieht
  • wo die Sicherungen liegen, wie lange sie aufbewahrt werden und wie oft das Zurückspielen geprüft wird
  • wie schnell bei einer Störung jemand reagiert und auf welchem Weg
  • ob kleine Änderungen an Texten und Bildern dazugehören oder getrennt abgerechnet werden
  • wie du erfährst, was bei einem Durchgang erledigt wurde
  • Laufzeit, Kündigung und die Übergabe aller Zugänge am Ende

Bei unserer Website-Wartung stehen Durchgänge im monatlichen, vierteljährlichen oder halbjährlichen Abstand zur Wahl, jeweils mit einer kurzen Rückmeldung, was erledigt wurde. Betreut werden auch Seiten, die jemand anderes gebaut hat.

Die wichtigste Vorsorge braucht keine Technik: Domain und Hosting laufen auf den Betrieb selbst, und alle Zugänge liegen an einem Ort, den mehr als eine Person kennt.

Wovon der Aufwand für die Wartung abhängt

Einen festen Satz für alle Websites gibt es nicht. Wie viel Arbeit eine Seite macht, hängt vor allem hiervon ab:

  • die Zahl der Erweiterungen und wie gut ihre Hersteller sie pflegen
  • Funktionen wie Shop, Buchung oder Mitgliederbereich
  • der gewählte Rhythmus und die vereinbarte Erreichbarkeit
  • der Zustand zu Beginn, vor allem nach langem Stillstand
  • ob Änderungen an Inhalten dazugehören

Vieles davon entscheidet sich schon beim Bau. Eine schlank aufgebaute WordPress-Website mit wenigen, gepflegten Erweiterungen übersteht Updates meist ohne Nacharbeit, eine Seite mit dreißig Erweiterungen aus ebenso vielen Quellen selten. Was niemand nutzt, wird beim Aufräumen gelöscht statt bloß abgeschaltet. Die Einflussgrößen im Einzelnen stehen auf der Seite Kosten.

Fragen

Häufige Fragen zum Thema.

Ist ein Wartungsvertrag für eine Website Pflicht?

Nein, kein Gesetz schreibt einen Wartungsvertrag vor. Die Datenschutz-Grundverordnung verlangt aber, personenbezogene Daten angemessen zu schützen, und dazu zählen auch Anfragen über ein Kontaktformular. Veraltete Software mit bekannten Lücken passt schlecht zu dieser Pflicht. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Kann ich WordPress-Updates automatisch laufen lassen?

Für kleine Sicherheitskorrekturen ist das sinnvoll. Bei größeren Versionssprüngen von System, Theme oder Erweiterungen ist Vorsicht besser, weil sich die Teile gegenseitig stören können. Ohne aktuelle Sicherung sollte kein großes Update laufen.

Genügt die Sicherung, die mein Hoster anlegt?

Als einzige Sicherung meistens nicht. Häufig liegt sie beim selben Anbieter wie die Website und reicht nur eine begrenzte Zeit zurück. Eine zusätzliche Kopie an einem unabhängigen Ort schließt diese Lücke.

Braucht eine kleine Website mit fünf Seiten überhaupt Wartung?

Ja, denn die Größe schützt nicht. Angriffe laufen automatisiert und suchen nach veralteter Software, nicht nach bestimmten Firmen. Der Aufwand ist bei einer kleinen Seite allerdings gering, oft genügt ein Durchgang im Quartal oder Halbjahr.

Was passiert, wenn eine Website jahrelang nicht gewartet wird?

Meist lange nichts Sichtbares, und genau das ist das Problem. Im Hintergrund wachsen Rückstand und Risiko, bis ein Update nicht mehr sauber durchläuft, der Hoster eine alte PHP-Version abschaltet oder Fremde die Seite übernehmen. Das Aufholen ist dann aufwendiger, als es die laufende Wartung gewesen wäre.

Mike Heinbuch

Mike Heinbuch

Webdesigner und Softwareentwickler, seit 2021 selbstständig. Über 80 Projekte für Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz, vor Ort im Raum München und Dachau.

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