Website für Handwerker: Was drauf muss und wie sie entsteht
Auf die Website eines Handwerksbetriebs gehören fünf Dinge: was gemacht wird, wo gearbeitet wird, Bilder echter Arbeiten, ein kurzer Weg zur Anfrage und ein Platz für Bewerber. Vieles andere ist Beiwerk und kann weg. Dieser Beitrag geht beide Listen durch, zeigt eine Seitenstruktur als Beispiel und den Weg vom Erstgespräch bis zum Start.

Kurz gesagt
- Besucher wollen in wenigen Sekunden wissen, ob der Betrieb ihre Arbeit macht und in ihrem Ort unterwegs ist.
- Fotos eigener Baustellen überzeugen mehr als jedes gekaufte Bild.
- Eine eigene Seite je Arbeitsbereich hilft Kunden und der Sichtbarkeit bei Google.
- Den Zeitplan bestimmen meist Fotos und Stichworte aus dem Betrieb, selten die Technik.
Wozu ein ausgelasteter Betrieb eine Website braucht
Viele Betriebe sind über Monate ausgebucht und fragen sich, wozu sie eine Website pflegen sollen. Die Antwort liegt selten in mehr Aufträgen, eher in besseren. Eine gute Seite sortiert vor: Dort steht, welche Arbeiten der Betrieb sucht, in welchem Gebiet er fährt und was er nicht übernimmt. Das spart Telefonate, die zu nichts führen.
Dazu kommen zwei weitere Gruppen. Wer eine Empfehlung bekommt, sieht vor dem Anruf nach, ob es den Betrieb gibt und wie er arbeitet. Und Bewerber prüfen, bei wem sie anfangen würden. Für beide ist die Website der erste Eindruck.
Was auf die Seite gehört: sechs Fragen, sechs Antworten
Die Pflichtliste ist kurz. Jeder Punkt beantwortet eine Frage, die sonst am Telefon gestellt wird.
| Frage des Besuchers | Inhalt auf der Website | Wo er steht |
|---|---|---|
| Macht der Betrieb das, was ich brauche? | Leistungen mit eigener Seite je Arbeitsbereich | Startseite und Menü |
| Kommt er zu mir? | Einsatzgebiet mit Orten oder Landkreisen | Startseite und Kontaktseite |
| Wie sieht die Arbeit aus? | Fotos abgeschlossener Projekte mit zwei Sätzen dazu | Leistungsseiten und Referenzen |
| Kann ich dem Betrieb trauen? | Meisterbetrieb, Innung, Bewertungen, Gesichter | Startseite und Über uns |
| Wie erreiche ich jemanden? | Telefonnummer zum Antippen, kurzes Formular, Zeiten der Erreichbarkeit | Auf jeder Seite oben |
| Stellt der Betrieb ein? | Offene Stellen, Ausbildung, Ansprechpartner | Eigene Seite Karriere |
Leistungen: eine Seite je Arbeitsbereich
Der häufigste Fehler ist die Sammelseite, auf der alle Leistungen als Stichworte untereinander stehen. Ein Elektrobetrieb, der Wallboxen installiert, Photovoltaik anschließt und Altbauten saniert, hat drei verschiedene Kundengruppen mit drei verschiedenen Fragen. Jede verdient eine eigene Seite.
Eine gute Leistungsseite erklärt, für wen die Arbeit gedacht ist, wie sie abläuft, womit der Kunde rechnen muss und was der Betrieb vorab wissen will. Bei einer Badsanierung sind das etwa die Dauer der Baustelle, die Abstimmung der Gewerke und die Frage, ob das Bad zwischendurch nutzbar bleibt. Solche Seiten werden bei Google für genau diese Arbeit gefunden. Wer zusätzlich im Umkreis sichtbar sein will, pflegt sein Unternehmensprofil bei Google, ein Thema für Local SEO.
Beispiel: Seitenstruktur für einen Elektrobetrieb
- Startseite mit Leistungen, Einsatzgebiet, Telefonnummer und zwei, drei aktuellen Projekten
- je eine Seite für Elektroinstallation, Wallbox, Photovoltaik und Sanierung im Altbau
- Projekte mit Bildern und kurzen Beschreibungen
- Über uns mit Team, Meisterbrief und Innung
- Karriere mit offenen Stellen und Ausbildung
- Kontakt mit Formular, Anfahrt und Zeiten der Erreichbarkeit
- Impressum und Datenschutz
Ein Einzelunternehmer mit einem klaren Angebot kommt mit weniger aus. Ein Betrieb mit mehreren Gewerken braucht entsprechend mehr Leistungsseiten, der Rest bleibt gleich.
Bilder: die eigene Baustelle statt gekaufter Fotos
Ein gekauftes Bild von einem lächelnden Mann mit Helm erkennt jeder als gekauft. Ein Foto vom eigenen Team vor dem eigenen Fahrzeug wirkt, auch wenn es weniger glatt ist. Am stärksten sind Bilder fertiger Arbeiten: die neue Treppe, das geflieste Bad, das gedeckte Dach.
- Fertige Arbeit bei Tageslicht aufnehmen, bevor der Kunde einräumt
- Wenn möglich ein Bild vom Zustand davor aufheben
- Kunden vorher fragen, ob das Bild gezeigt werden darf, und keine Adressen nennen
- Zu jedem Projekt zwei Sätze schreiben: Aufgabe, Lösung, Ort
Für Team, Werkstatt und Fuhrpark lohnt sich ein eigener Termin. Solche Aufnahmen machen feste Fotografen und Videografen, mit denen wir seit Jahren arbeiten. Mehr dazu steht unter Fotografie für Unternehmen.
Kontakt: so kurz wie möglich
Viele Besucher kommen mit dem Handy, oft von unterwegs oder direkt vor dem Problem: Die Heizung ist kalt, das Dach ist undicht. Die Telefonnummer steht deshalb auf jeder Seite oben und lässt sich antippen. Daneben steht, wann jemand abhebt.
Das Formular fragt nur, was für eine erste Einschätzung nötig ist: Name, Telefon oder E-Mail, Ort, Art der Arbeit und ein Freitextfeld. Praktisch ist die Möglichkeit, Fotos anzuhängen. Ein Bild vom Schaden oder vom Raum spart oft die erste Anfahrt. Betriebe mit Notdienst nennen ihn deutlich und getrennt vom normalen Kontakt.
Bewerber sind die zweite Zielgruppe
Fachkräfte und Auszubildende sind in vielen Gewerken schwerer zu finden als Kunden. Trotzdem endet die Karriere-Seite oft bei einem Satz und einer E-Mail-Adresse. Wer wechseln will, möchte wissen, was ihn erwartet: welche Baustellen, welche Fahrzeuge und Werkzeuge, welche Arbeitszeiten, wer im Team ist.
Eine Bewerbung muss vom Handy aus in zwei Minuten möglich sein. Name, Telefonnummer und ein Satz zur Erfahrung reichen für den ersten Kontakt, der Lebenslauf kann folgen. Je kleiner die Hürde, desto eher meldet sich jemand, der gerade in einem anderen Betrieb arbeitet.
Was weg kann
Vieles steht auf Handwerkerseiten, weil es immer so war. Diese Teile kosten Platz und Aufmerksamkeit, ohne eine Frage zu beantworten.
- Begrüßungstext: Ein freundlicher Gruß ohne Inhalt verschenkt den wichtigsten Platz der Seite. Dorthin gehört, was der Betrieb macht und wo.
- Bildwechsler im Einstieg: Durchlaufende Bilder mit wechselnden Sprüchen sieht kaum jemand zu Ende, und sie bremsen die Seite. Ein gutes Foto mit einer klaren Aussage reicht.
- Die Chronik in voller Länge: Gründungsjahr und Generation genügen in zwei Sätzen. Die ganze Firmengeschichte liest kaum ein Kunde.
- Aktuelles ohne Aktuelles: Eine Rubrik, deren letzter Eintrag drei Jahre alt ist, wirkt wie ein geschlossener Laden.
- Herstellerlogos in Reihe: Zwanzig Markenzeichen sagen dem Kunden wenig. Zwei Sätze dazu, mit welchen Systemen der Betrieb arbeitet und warum, sagen mehr.
- Leere Seiten: Jeder Menüpunkt, hinter dem nur ein Satz steht, wird gestrichen oder mit einem anderen zusammengelegt.
Faustregel für jeden Abschnitt: Welche Frage eines Kunden oder Bewerbers beantwortet er? Findet sich keine, kann er weg.
So entsteht die Website: vom Erstgespräch bis zum Start
Ob ein Baukasten reicht, hängt vor allem an der Zeit im Betrieb. Wer selbst an Texten, Bildern und Technik sitzen will, kommt mit einem Baukasten zurecht. Wer das abgeben will, lässt die Website erstellen und liefert vor allem Wissen über den Betrieb. Dann läuft es meist in fünf Schritten:
- Erstgespräch: Leistungen, Einsatzgebiet, offene Stellen und Wünsche werden geklärt.
- Sitemap und Angebot: Aus dem Gespräch entsteht ein Plan aller Seiten mit ihren Inhalten und ein Angebot mit jeder einzelnen Position.
- Fotos und Texte: Der Betrieb liefert Bilder und Stichworte, daraus entstehen die Texte, die gemeinsam abgestimmt werden.
- Aufbau und Freigabe: Die Seite entsteht auf einer Testadresse, Entwürfe gehen zur Freigabe an den Betrieb.
- Start und Einweisung: Die Seite geht online, das Unternehmensprofil bei Google verweist auf sie, und in einem gemeinsamen Termin zeigen wir, wie neue Projekte und Stellen eingetragen werden.
Wie ein schriftliches Angebot mit Sitemap und Leistungsbeschreibung bei uns aussieht, steht unter Angebot für deine Website.
Aktuell bleiben, ohne dass es Arbeit macht
Eine Handwerkerseite muss nicht wöchentlich neue Inhalte bekommen. Wichtig ist, dass alles stimmt. Telefonnummer, Leistungen, Einsatzgebiet und offene Stellen werden geprüft, sobald sich im Betrieb etwas ändert. Zwei- oder dreimal im Jahr kommt ein neues Projekt mit Bildern dazu.
Damit das im Alltag klappt, sollte sich die Seite ohne Vorkenntnisse ändern lassen. Bei einer WordPress-Website mit festen Vorlagen dauert ein neues Projekt wenige Minuten: Fotos hochladen, zwei Sätze schreiben, speichern. Wer dafür keine Zeit hat, gibt Bilder und Stichworte weiter und lässt es erledigen. Wie wir solche Seiten planen und bauen, steht unter Webdesign für Unternehmen.









