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Website-Relaunch: Checkliste in 10 Schritten

Ein Relaunch geht selten am Design schief. Er scheitert an vergessenen Adressen, fehlenden Weiterleitungen und Inhalten, die beim Umzug verloren gehen. Diese Checkliste führt in zehn Schritten von der Bestandsaufnahme bis zur Kontrolle nach dem Livegang.

Von Mike Heinbuch4 Minuten Lesezeit

Von Hand gezeichnete Entwürfe für den Aufbau einer Website

Kurz gesagt

  • Vor dem ersten Entwurf steht die Bestandsaufnahme: Welche Seiten werden besucht, welche bringen Anfragen, welche sind verlinkt?
  • Jede alte Adresse braucht ein Ziel. Weiterleitungen entscheiden darüber, ob die Sichtbarkeit bei Google bleibt.
  • Getestet wird vor dem Livegang auf echten Geräten, kontrolliert wird in den Wochen danach.

Warum ein Relaunch mehr ist als ein neues Design

Eine Website, die seit Jahren online ist, hat Wert angesammelt. Ihre Adressen stehen in Verzeichnissen, in E-Mail-Signaturen und auf anderen Websites. Einzelne Seiten werden bei Google gefunden, auch wenn sie altmodisch aussehen. Wer beim Relaunch einfach neu anfängt, wirft diesen Bestand weg.

Ein Website-Relaunch ist deshalb zuerst ein Umzug und erst danach eine Neugestaltung. Die zehn Schritte unten folgen dieser Reihenfolge: aufnehmen, planen, bauen, testen, umschalten, kontrollieren.

Schritt 1 bis 3: Bestand aufnehmen

Die ersten drei Schritte kosten wenig Zeit und verhindern die teuersten Fehler. Sie beantworten eine einzige Frage: Was ist heute da, und was davon funktioniert?

  1. Alle Adressen erfassen. Eine Liste sämtlicher Seiten, PDF-Dateien und Bilder mit eigener Adresse. Sie ist später die Grundlage für die Weiterleitungen.
  2. Zahlen ansehen. Welche Seiten werden aufgerufen, über welche Suchbegriffe kommen Besucher, von welchen Seiten gehen Anfragen aus? Die Google Search Console liefert diese Daten kostenlos.
  3. Ziele festlegen. Mehr Anfragen, mehr Bewerbungen, weniger Rückfragen am Telefon: Ein Relaunch braucht ein messbares Ziel, sonst lässt sich der Erfolg später nicht beurteilen.

Die Liste der Adressen und die Zahlen aus der Search Console sollten gesichert sein, bevor an der alten Seite etwas verändert wird. Nach dem Umschalten sind manche Daten nur noch schwer zu bekommen.

Schritt 4 bis 6: Struktur, Inhalte und Weiterleitungen planen

Jetzt entscheidet sich, was aus jeder vorhandenen Seite wird. Drei Wege gibt es: behalten, zusammenlegen oder entfernen.

Was die Zahlen zeigenEntscheidungWas mit der Adresse passiert
Seite wird besucht und bringt AnfragenBehalten und verbessernAdresse bleibt, wenn möglich unverändert
Mehrere Seiten zum selben ThemaZu einer starken Seite zusammenlegenAlte Adressen leiten auf die neue Seite weiter
Seite ohne Besucher und ohne VerweiseEntfernenWeiterleitung auf die nächstliegende Seite oder bewusst ohne Ziel
  1. Neue Struktur festlegen. Ein Menü mit wenigen, klaren Punkten. Jede Leistung bekommt eine eigene Seite, damit sie bei Google für ihr Thema gefunden werden kann.
  2. Inhalte überarbeiten. Gute Texte ziehen um, schwache werden neu geschrieben. Fotos, Ansprechpartner und Öffnungszeiten kommen auf den aktuellen Stand.
  3. Weiterleitungen planen. Für jede alte Adresse steht in einer Tabelle die neue. Diese Liste ist das wichtigste Dokument des ganzen Projekts.

Schritt 7 und 8: Bauen und testen

Die neue Seite entsteht in einer geschützten Testumgebung, die Suchmaschinen nicht sehen. So bleibt die alte Seite online, bis die neue fertig ist.

  1. Technik sauber aufsetzen. Kurze Ladezeiten, eine Darstellung, die am Handy genauso funktioniert wie am Rechner, sprechende Seitentitel und Beschreibungen für jede Seite.
  2. Vor dem Livegang testen. Formulare abschicken, Telefonnummern antippen, jede Seite auf einem echten Handy öffnen. Dazu jede Weiterleitung einzeln prüfen, Stichproben reichen hier nicht.

Ein häufiger Fehler passiert genau hier: Der Schutz der Testumgebung oder die Sperre für Suchmaschinen wandert versehentlich mit auf die fertige Seite. Dann ist die neue Website online und trotzdem unsichtbar.

Schritt 9 und 10: Umschalten und kontrollieren

  1. Livegang an einem ruhigen Tag. Nicht am Freitagabend und nicht vor einer Aktion. Direkt nach dem Umschalten: Startseite, Kontaktformular, Weiterleitungen und Sitemap prüfen.
  2. Vier Wochen beobachten. Die Search Console zeigt, welche Adressen Fehler melden. Fehlende Weiterleitungen lassen sich jetzt noch nachtragen, bevor Google die alten Seiten aus dem Index nimmt.

Kleine Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, weil Google die neue Struktur erst kennenlernen muss. Bricht die Sichtbarkeit dauerhaft ein, liegt es fast immer an fehlenden Weiterleitungen oder an Inhalten, die es auf der neuen Seite nicht mehr gibt.

Woran man erkennt, dass ein Relaunch fällig ist

  • Die Seite ist am Handy mühsam zu bedienen.
  • Sie lädt spürbar langsam, obwohl schon nachgebessert wurde.
  • Inhalte lassen sich nur noch mit Hilfe ändern.
  • Das Erscheinungsbild passt nicht mehr zum Betrieb.
  • Anfragen bleiben aus, obwohl Besucher kommen.

Trifft nur ein Punkt zu, reicht oft eine gezielte Überarbeitung. Bei drei oder mehr lohnt es sich, den Relaunch zu planen. Was das im Einzelfall bedeutet, hängt vom Umfang der Seite ab. Die Faktoren stehen auf der Seite Kosten.

Fragen

Häufige Fragen zum Thema.

Verliert eine Website beim Relaunch ihre Platzierungen bei Google?

Nicht, wenn jede alte Adresse auf eine passende neue weiterleitet und die wichtigen Inhalte erhalten bleiben. Kurze Schwankungen nach dem Umschalten sind normal und legen sich meist nach einigen Wochen.

Wie lange dauert ein Website-Relaunch?

Das hängt vom Umfang ab. Eine kleine Seite mit wenigen Unterseiten ist schneller umgezogen als ein Auftritt mit vielen Leistungen, Standorten und einem Shop. Den größten Einfluss hat, wie schnell Texte und Bilder bereitstehen.

Muss beim Relaunch alles neu geschrieben werden?

Nein. Texte, die gefunden werden und Fragen gut beantworten, ziehen um und werden höchstens aktualisiert. Neu geschrieben wird, was veraltet ist oder niemand liest.

Kann die Adresse einer Seite beim Relaunch gleich bleiben?

Ja, und das ist der einfachste Weg. Bleibt eine Adresse unverändert, braucht sie keine Weiterleitung und behält ihre Verweise von anderen Websites.

Mike Heinbuch

Mike Heinbuch

Webdesigner und Softwareentwickler, seit 2021 selbstständig. Über 80 Projekte für Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz, vor Ort im Raum München und Dachau.

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