Website-Relaunch: Checkliste in 10 Schritten
Ein Relaunch geht selten am Design schief. Er scheitert an vergessenen Adressen, fehlenden Weiterleitungen und Inhalten, die beim Umzug verloren gehen. Diese Checkliste führt in zehn Schritten von der Bestandsaufnahme bis zur Kontrolle nach dem Livegang.

Kurz gesagt
- Vor dem ersten Entwurf steht die Bestandsaufnahme: Welche Seiten werden besucht, welche bringen Anfragen, welche sind verlinkt?
- Jede alte Adresse braucht ein Ziel. Weiterleitungen entscheiden darüber, ob die Sichtbarkeit bei Google bleibt.
- Getestet wird vor dem Livegang auf echten Geräten, kontrolliert wird in den Wochen danach.
Warum ein Relaunch mehr ist als ein neues Design
Eine Website, die seit Jahren online ist, hat Wert angesammelt. Ihre Adressen stehen in Verzeichnissen, in E-Mail-Signaturen und auf anderen Websites. Einzelne Seiten werden bei Google gefunden, auch wenn sie altmodisch aussehen. Wer beim Relaunch einfach neu anfängt, wirft diesen Bestand weg.
Ein Website-Relaunch ist deshalb zuerst ein Umzug und erst danach eine Neugestaltung. Die zehn Schritte unten folgen dieser Reihenfolge: aufnehmen, planen, bauen, testen, umschalten, kontrollieren.
Schritt 1 bis 3: Bestand aufnehmen
Die ersten drei Schritte kosten wenig Zeit und verhindern die teuersten Fehler. Sie beantworten eine einzige Frage: Was ist heute da, und was davon funktioniert?
- Alle Adressen erfassen. Eine Liste sämtlicher Seiten, PDF-Dateien und Bilder mit eigener Adresse. Sie ist später die Grundlage für die Weiterleitungen.
- Zahlen ansehen. Welche Seiten werden aufgerufen, über welche Suchbegriffe kommen Besucher, von welchen Seiten gehen Anfragen aus? Die Google Search Console liefert diese Daten kostenlos.
- Ziele festlegen. Mehr Anfragen, mehr Bewerbungen, weniger Rückfragen am Telefon: Ein Relaunch braucht ein messbares Ziel, sonst lässt sich der Erfolg später nicht beurteilen.
Die Liste der Adressen und die Zahlen aus der Search Console sollten gesichert sein, bevor an der alten Seite etwas verändert wird. Nach dem Umschalten sind manche Daten nur noch schwer zu bekommen.
Schritt 4 bis 6: Struktur, Inhalte und Weiterleitungen planen
Jetzt entscheidet sich, was aus jeder vorhandenen Seite wird. Drei Wege gibt es: behalten, zusammenlegen oder entfernen.
| Was die Zahlen zeigen | Entscheidung | Was mit der Adresse passiert |
|---|---|---|
| Seite wird besucht und bringt Anfragen | Behalten und verbessern | Adresse bleibt, wenn möglich unverändert |
| Mehrere Seiten zum selben Thema | Zu einer starken Seite zusammenlegen | Alte Adressen leiten auf die neue Seite weiter |
| Seite ohne Besucher und ohne Verweise | Entfernen | Weiterleitung auf die nächstliegende Seite oder bewusst ohne Ziel |
- Neue Struktur festlegen. Ein Menü mit wenigen, klaren Punkten. Jede Leistung bekommt eine eigene Seite, damit sie bei Google für ihr Thema gefunden werden kann.
- Inhalte überarbeiten. Gute Texte ziehen um, schwache werden neu geschrieben. Fotos, Ansprechpartner und Öffnungszeiten kommen auf den aktuellen Stand.
- Weiterleitungen planen. Für jede alte Adresse steht in einer Tabelle die neue. Diese Liste ist das wichtigste Dokument des ganzen Projekts.
Schritt 7 und 8: Bauen und testen
Die neue Seite entsteht in einer geschützten Testumgebung, die Suchmaschinen nicht sehen. So bleibt die alte Seite online, bis die neue fertig ist.
- Technik sauber aufsetzen. Kurze Ladezeiten, eine Darstellung, die am Handy genauso funktioniert wie am Rechner, sprechende Seitentitel und Beschreibungen für jede Seite.
- Vor dem Livegang testen. Formulare abschicken, Telefonnummern antippen, jede Seite auf einem echten Handy öffnen. Dazu jede Weiterleitung einzeln prüfen, Stichproben reichen hier nicht.
Ein häufiger Fehler passiert genau hier: Der Schutz der Testumgebung oder die Sperre für Suchmaschinen wandert versehentlich mit auf die fertige Seite. Dann ist die neue Website online und trotzdem unsichtbar.
Schritt 9 und 10: Umschalten und kontrollieren
- Livegang an einem ruhigen Tag. Nicht am Freitagabend und nicht vor einer Aktion. Direkt nach dem Umschalten: Startseite, Kontaktformular, Weiterleitungen und Sitemap prüfen.
- Vier Wochen beobachten. Die Search Console zeigt, welche Adressen Fehler melden. Fehlende Weiterleitungen lassen sich jetzt noch nachtragen, bevor Google die alten Seiten aus dem Index nimmt.
Kleine Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, weil Google die neue Struktur erst kennenlernen muss. Bricht die Sichtbarkeit dauerhaft ein, liegt es fast immer an fehlenden Weiterleitungen oder an Inhalten, die es auf der neuen Seite nicht mehr gibt.
Woran man erkennt, dass ein Relaunch fällig ist
- Die Seite ist am Handy mühsam zu bedienen.
- Sie lädt spürbar langsam, obwohl schon nachgebessert wurde.
- Inhalte lassen sich nur noch mit Hilfe ändern.
- Das Erscheinungsbild passt nicht mehr zum Betrieb.
- Anfragen bleiben aus, obwohl Besucher kommen.
Trifft nur ein Punkt zu, reicht oft eine gezielte Überarbeitung. Bei drei oder mehr lohnt es sich, den Relaunch zu planen. Was das im Einzelfall bedeutet, hängt vom Umfang der Seite ab. Die Faktoren stehen auf der Seite Kosten.









