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Onlineshop erstellen lassen: Ablauf, Kosten und Checkliste

Wer einen Onlineshop erstellen lässt, bekommt Shopsystem, Gestaltung, Zahlung und Versand von einem Dienstleister eingerichtet und liefert selbst Sortiment, Produktdaten und die eigenen Regeln. Das Projekt läuft in sechs Phasen bis zur ersten echten Bestellung. Wie hoch die Kosten ausfallen, hängt vor allem an Sortiment, Plattform und Schnittstellen.

Von Mike Heinbuch7 Minuten Lesezeit

Gestapelte Versandkartons vor einer weißen Wand

Kurz gesagt

  • Ein Dienstleister baut Technik, Gestaltung und Bestellweg. Das Wissen über Ware, Preise und Kundschaft kommt aus dem Betrieb.
  • Die Kosten richten sich nach Sortiment, Plattform, Schnittstellen und danach, wer die Produkte einpflegt.
  • Die häufigste Verzögerung sind fehlende Produktdaten. Eine Tabelle mit einer Zeile je Artikel ist die beste Vorarbeit.
  • Ein gutes Angebot führt jede Leistung einzeln auf, nennt die laufenden Posten und regelt Rechte und Zugänge.

Selbst bauen oder erstellen lassen?

Wer online verkaufen will, hat drei Wege: einen Baukasten selbst einrichten, über einen Marktplatz verkaufen oder einen eigenen Shop erstellen lassen. Am ersten Tag sehen die Ergebnisse oft ähnlich aus. Der Unterschied zeigt sich später, wenn das Sortiment wächst oder besondere Abläufe dazukommen.

WegPasst, wennGrenzen
Baukasten selbst einrichten, etwa bei Wix, Jimdo oder dem Hosterdas Sortiment klein ist und Zeit für die Einarbeitung da istFunktionen nach Vorlage, ein späterer Umzug ist aufwendig
Verkauf über einen MarktplatzKunden die Ware dort ohnehin suchenGebühren und fremde Regeln, die Kundschaft gehört dem Marktplatz
Shopify, eingerichtet vom Dienstleisterder Shop zügig starten soll und niemand Technik betreuen willLaufende Gebühren und Apps, der Shop läuft auf der Plattform des Anbieters
WooCommerce, eingerichtet vom Dienstleisterschon eine WordPress-Website besteht oder besondere Abläufe nötig sindUpdates und Sicherungen übernimmt der Betrieb oder eine Wartung

Unsere Empfehlung: Wer erst testen will, ob sich ein Produkt online verkauft, beginnt im Baukasten. Wer dauerhaft verkaufen will und keine Technik betreuen möchte, ist mit Shopify gut bedient. Wer eine WordPress-Seite hat oder Abläufe braucht, die in keine Vorlage passen, fährt mit WooCommerce besser. Was ein eingerichteter Onlineshop bei uns umfasst, zeigt die Leistungsseite.

Was der Dienstleister übernimmt und was bei dir bleibt

Auch wer den Shop bauen lässt, gibt nicht alles ab. Was verkauft wird, an wen und zu welchen Bedingungen, weiß nur der Betrieb selbst. In den meisten Projekten teilen sich die Aufgaben so auf:

AufgabeDienstleisterBetrieb
Shopsystem, Gestaltung, KasseEinrichten und testenEntwürfe prüfen und freigeben
ProduktdatenStruktur anlegen, Import vorbereitenTexte, Maße, Preise und Bestände liefern
Zahlung und VersandAnbinden und durchspielenVerträge mit den Anbietern schließen, Regeln festlegen
RechtstexteAn den richtigen Stellen einbindenÜber einen Anbieter für Rechtstexte oder eine Kanzlei beschaffen
Betrieb nach dem StartWartung, wenn vereinbartBestellungen bearbeiten, Sortiment pflegen

So läuft das Projekt in sechs Phasen ab

Die Reihenfolge ist bei fast allen Shop-Projekten gleich, nur die Dauer der einzelnen Phasen schwankt.

  1. Erstgespräch. Sortiment, Ziele und Rahmen werden geklärt. Danach steht fest, ob WooCommerce oder Shopify besser passt und was in das Angebot gehört.
  2. Konzept. Kategorien, Produktfelder, Versandregeln und Zahlungsarten werden festgelegt, bevor etwas gebaut wird. Änderungen kosten an dieser Stelle noch kaum Aufwand.
  3. Aufbau auf einer Testadresse. Der Shop entsteht in einer geschützten Umgebung. Gestaltung, Startseite und eine Musterkategorie werden abgestimmt.
  4. Produkte einpflegen. Artikel kommen per Import oder von Hand hinein, mit Bildern, Varianten und Beständen. Diese Phase hängt am stärksten von der Zuarbeit ab.
  5. Testbestellungen. Jede Zahlungsart, jede Versandregel und jede E-Mail wird durchgespielt, auch Stornierung und Erstattung.
  6. Livegang und Einweisung. Der Shop geht online, die Bestellwege werden noch einmal geprüft. In einem gemeinsamen Termin lernst du, Produkte anzulegen und Bestellungen zu bearbeiten.

Was die Kosten für einen Onlineshop bestimmt

Einen Festpreis für „einen Shop“ kann es nicht geben, weil sich zwei Shops kaum gleichen. Ein Hofladen mit vierzig Artikeln und Abholung vor Ort braucht etwas anderes als ein Händler mit Größen, Farben, Lager und Versand über die Grenze. Den Aufwand bestimmen vor allem sechs Punkte:

  • Sortiment: Zahl der Artikel und Varianten, dazu Sonderfälle wie Maßanfertigung, Pfand oder Grundpreise.
  • Plattform und Gestaltung: eine angepasste Vorlage oder eine eigene Gestaltung, WooCommerce oder Shopify.
  • Produktpflege: Import aus einer fertigen Tabelle oder Anlage jedes Artikels von Hand, mit Texten und Bildbearbeitung.
  • Zahlung und Versand: Zahl der Zahlungsarten, Versandregeln nach Gewicht, Zone oder Sperrgut, Abholung im Laden.
  • Schnittstellen: Anbindung an Warenwirtschaft, Ladenkasse, Buchhaltung oder Versanddienstleister.
  • Länder und Sprachen: Verkauf nach Österreich oder in die Schweiz, weitere Sprachen, eigene Regeln je Land.

Nach dem Start kommen laufende Posten dazu: Hosting oder die Gebühr des Mietshops, Apps und Lizenzen, Gebühren der Zahlungsanbieter, Rechtstexte und die Wartung. Bei uns wird jedes Projekt nach Umfang und Komplexität kalkuliert, die Einflussgrößen stehen auf der Seite Kosten.

Checkliste: Das brauchst du vor dem Angebot

Ein fertiges Konzept erwartet niemand. Wer die folgenden Punkte beantworten kann, bekommt ein Angebot, das zum Vorhaben passt, und spart Schleifen im Projekt.

  • Sortiment: Was wird verkauft, wie viele Artikel, welche Varianten?
  • Kundschaft und Gebiet: Privatkunden oder Betriebe, nur Deutschland oder auch Österreich und die Schweiz?
  • Versand: Paket, Spedition, Abholung im Laden oder eigene Lieferung im Umkreis?
  • Bestand: Gibt es schon Website, Warenwirtschaft, Ladenkasse, Artikellisten oder Fotos?
  • Zuständigkeit: Wer beantwortet im Projekt Rückfragen und bearbeitet später die Bestellungen?
  • Formales: Gewerbeanmeldung, Konten bei den gewünschten Zahlungsanbietern wie PayPal, Klarna oder Stripe, Rechtstexte und Pflichtangaben je Produkt, etwa nach der Produktsicherheitsverordnung.

Die Produktdaten bestimmen den Zeitplan

Je Artikel braucht ein Shop deutlich mehr Angaben als ein Preisschild im Laden: Bezeichnung und Beschreibung, mindestens ein gutes Bild, Preis und Steuersatz, bei Mengenware den Grundpreis, Gewicht und Maße für den Versand, Bestand und Lieferzeit. Fehlt davon etwas, steht das Projekt still.

Eine einfache Tabelle mit einer Zeile je Artikel und einer Spalte je Angabe reicht. Daraus lässt sich später direkt importieren, und Lücken fallen sofort auf.

Verkauft der Shop an Verbraucher, gilt seit Ende Juni 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, sofern keine Ausnahme für Kleinstunternehmen greift. Barrierefreiheit gehört dann von Anfang an in Gestaltung und Bestellweg. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Woran du ein gutes Angebot erkennst

Angebote für Shops lassen sich nur vergleichen, wenn dieselben Leistungen darin stehen. Achte auf diese Punkte:

  • Die Leistungen sind einzeln aufgeführt: Einrichtung, Gestaltung, Produktpflege, Zahlungsarten, Versand, Einweisung.
  • Es steht darin, wer die Produkte einpflegt und bis zu welcher Menge.
  • Laufende Posten wie Hosting, Lizenzen und Wartung sind benannt, auch wenn sie an Dritte gehen.
  • Die Rechte am Shop und alle Zugänge liegen nach Abschluss bei dir.
  • Testbestellungen und Einweisung sind enthalten und kein Zusatz.

Bei uns liegen dem Angebot eine Sitemap mit Inhaltsplanung und eine Leistungsbeschreibung zu jeder Position bei. Wie das abläuft, steht unter Angebot für deine Website.

Vier Stolpersteine, die sich früh vermeiden lassen

  • Zu groß anfangen. Das gesamte Sortiment auf einmal verzögert den Start. Besser ist ein Kern aus den wichtigsten Artikeln, der später wächst.
  • Versand als Nebensache behandeln. Sperrige, schwere oder gekühlte Ware braucht eigene Regeln. Das gehört ins Konzept und nicht in die letzte Woche.
  • Niemand ist zuständig. Ohne feste Ansprechperson im Betrieb bleiben Rückfragen liegen, und der Zeitplan rutscht.
  • Freigaben aufschieben. Jede Woche ohne Rückmeldung zu einem Entwurf verschiebt alles, was danach kommt.

Nach dem Livegang beginnt der Alltag

Mit dem Start ist ein Shop nicht abgeschlossen, denn Bestellungen wollen bearbeitet, Bestände gepflegt und Fragen beantwortet werden. Dazu kommt die Technik: Shopsystem und Erweiterungen brauchen Updates, und Sicherungen müssen laufen. Bei einem Mietshop übernimmt das der Anbieter, bei WooCommerce der Betrieb selbst oder eine Website-Wartung.

Ebenso wichtig ist die Sichtbarkeit, denn ein neuer Shop hat am ersten Tag keine Besucher. Kategorietexte, saubere Seitentitel und eine durchdachte Struktur gehören deshalb schon in den Aufbau. Wer mehr will, plant Suchmaschinenoptimierung oder Anzeigen von Anfang an mit ein.

Fragen

Häufige Fragen zum Thema.

Was kostet es, einen Onlineshop erstellen zu lassen?

Einen Pauschalpreis gibt es nicht, weil der Aufwand an Sortiment, Plattform, Schnittstellen und Produktpflege hängt. Belastbar wird die Zahl, sobald diese Punkte im Erstgespräch geklärt sind. Danach steht sie mit allen Positionen im schriftlichen Angebot, getrennt nach einmaligen und laufenden Kosten.

Wie lange dauert es, einen Onlineshop erstellen zu lassen?

Das hängt vor allem von den Produktdaten ab. Ein kleiner Shop mit vollständigen Texten und Bildern kann in wenigen Wochen startklar sein. Fehlen Daten oder kommen Sonderfunktionen dazu, verlängert sich das Projekt entsprechend.

Kann jeder einen Onlineshop eröffnen?

Grundsätzlich ja, wenn die formalen Voraussetzungen stimmen. Wer regelmäßig verkauft, meldet in Deutschland in der Regel ein Gewerbe an und braucht Impressum, AGB, Widerrufsbelehrung und Datenschutzerklärung. Diese Texte kommen von einem Anbieter für Rechtstexte oder einer Kanzlei. Für manche Waren wie Lebensmittel oder Kosmetik gelten zusätzliche Vorgaben.

Brauche ich schon eine Website, bevor der Shop gebaut wird?

Nein, der Shop kann der gesamte Auftritt sein oder an eine bestehende Seite angebaut werden. Gibt es schon eine WordPress-Website, lässt sie sich mit WooCommerce um den Shop erweitern.

Kann ich Produkte später selbst ändern?

Ja, das ist der Normalfall. Preise, Texte, Bilder und Bestände pflegst du über die Verwaltung des Shops. Wie das geht, zeigt die Einweisung am Ende des Projekts.

Mike Heinbuch

Mike Heinbuch

Webdesigner und Softwareentwickler, seit 2021 selbstständig. Über 80 Projekte für Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz, vor Ort im Raum München und Dachau.

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