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Keywords finden: In sechs Schritten zur Keyword-Liste

Passende Keywords, also die Suchbegriffe der Kunden, findet ein Betrieb, indem er zuerst ihre Wörter sammelt und sie danach mit kostenlosen Werkzeugen von Google prüft. Am Ende zählt weniger die Länge der Liste als die Zuordnung: Jeder Suchbegriff braucht genau eine Seite, die ihn beantwortet. Diese Anleitung führt in sechs Schritten zur fertigen Keyword-Liste.

Von Mike Heinbuch6 Minuten Lesezeit

Titelgrafik zum Beitrag: Keywords finden

Kurz gesagt

  • Kunden suchen mit ihren eigenen Worten und selten mit den Fachbegriffen der Branche.
  • Die Vorschläge der Google-Suche, die Search Console und der Keyword-Planer reichen für die Recherche eines kleinen Betriebs aus.
  • Die Suchabsicht bestimmt, welche Art von Seite ein Begriff braucht: Ratgeber, Vergleich, Leistungsseite oder Ortsseite.
  • Ein Keyword gehört zu genau einer Seite. Die Keyword-Liste hält fest, welche das ist und welche Seite noch fehlt.

Keywords sind die Wörter der Kunden, nicht die der Branche

Ein Keyword ist das, was jemand in die Suche tippt oder spricht. Das klingt banal, und doch scheitert die Recherche oft schon hier. Ein Heizungsbauer schreibt auf seiner Website über den „hydraulischen Abgleich“. Seine Kunden suchen nach „Heizkörper wird nicht warm“. Beide meinen dasselbe, doch gefunden wird nur, wer die Worte der Kunden verwendet.

Für die Planung hilft es, vier Arten von Suchbegriffen zu unterscheiden:

  • Allgemeine Begriffe wie „heizung“: oft gesucht, aber ohne klares Anliegen und fest in der Hand großer Portale.
  • Genaue Begriffe aus mehreren Wörtern wie „heizung macht geräusche“: seltener gesucht, dafür mit eindeutiger Frage.
  • Begriffe mit Ort wie „heizungsbauer dachau“: Hier sucht jemand einen Betrieb in der Nähe.
  • Fragen wie „wie lange hält eine gasheizung“: Stoff für Ratgeberseiten und häufige Fragen.

Die Recherche hat deshalb zwei Hälften: erst zuhören, dann prüfen. Wer mit einem Werkzeug anfängt, bekommt Zahlen zu Begriffen, die er sich selbst ausgedacht hat.

Schritt 1 und 2: Begriffe sammeln

  1. Die Sprache der Kunden festhalten. Eine Woche lang notiert das Team, wie Kunden ihr Anliegen am Telefon, in E-Mails und im Kontaktformular beschreiben. Dazu kommen die Fragen, die im Beratungsgespräch immer wieder fallen. Diese Liste ist mehr wert als jedes Werkzeug.
  2. Google beim Tippen zusehen. Die Suche ergänzt jeden Begriff schon während der Eingabe, und diese Vorschläge beruhen auf echten Suchen. Auf der Ergebnisseite kommen zwei weitere Quellen dazu: der Kasten mit Fragen anderer Nutzer und die verwandten Suchanfragen am Seitenende.

Nach diesen beiden Schritten liegt eine rohe Liste vor, meist länger als erwartet. Doppelte Einträge und offensichtlich Unpassendes fliegen sofort wieder raus.

Schritt 3: Nachfrage mit kostenlosen Werkzeugen prüfen

Jetzt zeigt sich, welche Begriffe tatsächlich gesucht werden. Drei Werkzeuge von Google kosten nichts und genügen für den Anfang.

  • Google Search Console: zeigt, bei welchen Suchanfragen die eigene Website schon erscheint. Dort stehen häufig Begriffe, an die im Betrieb niemand gedacht hat.
  • Keyword-Planer: gehört zu Google Ads und setzt ein Konto dort voraus, aber keine laufenden Anzeigen. Er nennt zu jedem Begriff eine Größenordnung der monatlichen Suchen und schlägt verwandte Begriffe vor.
  • Google Trends: zeigt, wie sich das Interesse über das Jahr verteilt. Bei Saisonthemen wie Klimaanlage, Gartenpflege oder Winterreifen bestimmt das den Zeitpunkt, zu dem eine Seite fertig sein muss.

Wichtig ist die Größenordnung, nicht die genaue Zahl. Bei regionalen Suchen sind die Werte klein und ungenau. Ein Begriff mit wenigen Suchen im Monat kann sich trotzdem lohnen, wenn hinter fast jeder dieser Suchen ein möglicher Auftrag steht.

Schritt 4: Nach Suchabsicht sortieren

Hinter jedem Begriff steht eine Absicht. Von ihr hängt ab, welche Art von Seite Google dazu zeigt und welche Seite der Betrieb folglich braucht.

AbsichtBeispielPassende Seite
Etwas verstehen„wärmepumpe im altbau sinnvoll“Ratgeber, der die Frage beantwortet
Vergleichen„wärmepumpe oder gasheizung“Vergleich mit klarer Empfehlung
Beauftragen„wärmepumpe einbauen lassen“Leistungsseite mit Ablauf und Kontakt
Jemanden in der Nähe finden„heizungsbauer freising“Ortsseite und Unternehmensprofil

Der einfachste Test: den Begriff selbst suchen und ansehen, was auf der ersten Seite steht. Zeigt Google dort lauter Ratgeber, wird eine Leistungsseite kaum erscheinen, und umgekehrt.

Schritt 5: Auswählen, was zum Betrieb passt

Aus der sortierten Liste bleiben die Begriffe übrig, die drei Fragen bestehen.

  • Passt der Begriff zu einer Leistung, die es im Betrieb wirklich gibt? Besucher, die etwas anderes wollen, bringen keine Aufträge.
  • Wer steht heute auf der ersten Seite? Stehen dort nur große Portale und Hersteller, ist der Begriff für den Anfang zu groß. Stehen dort Betriebe ähnlicher Größe, ist er erreichbar.
  • Wie genau ist der Begriff? „Heizung“ ist zu allgemein. „Ölheizung gegen Wärmepumpe tauschen“ sagt klar, was jemand vorhat.

Lange, genaue Suchbegriffe werden seltener eingegeben, treffen dafür aber das Anliegen. Für kleine Betriebe sind sie fast immer der bessere Einstieg.

Schritt 6: Die Keyword-Liste anlegen und Seiten zuordnen

Der letzte Schritt macht aus der Liste einen Plan. Jede Seite der Website bekommt ein Hauptthema und zwei bis vier eng verwandte Begriffe. Was auf keine vorhandene Seite passt, zeigt, welche Seite noch fehlt.

Ein Beispiel: Die Seite zur Wärmepumpe im Altbau übernimmt auch „wärmepumpe nachrüsten“ und „wärmepumpe ohne fußbodenheizung“. Eine eigene Seite für jeden dieser Begriffe wäre zu viel, denn alle drei beantwortet derselbe Text.

So sieht die Keyword-Liste aus

Eine Tabelle mit vier Spalten genügt. Sie zeigt auf einen Blick, welche Seite welchen Begriff abdeckt und wo noch Arbeit wartet.

SuchbegriffAbsichtSeiteStand
wärmepumpe im altbauVerstehenRatgeber Wärmepumpe im AltbauOnline
wärmepumpe einbauen lassenBeauftragenLeistungsseite WärmepumpeText überarbeiten
heizkörper wird nicht warmVerstehenRatgeber Heizkörper entlüftenGeplant
heizungsbauer freisingIn der Nähe findenOrtsseite FreisingFehlt noch

Der Hauptbegriff gehört an vier Stellen: in den Seitentitel möglichst weit vorn, in die Hauptüberschrift, in die ersten Sätze des Textes und kurz und lesbar in die Adresse der Seite. Danach wird normal geschrieben. Einen Begriff in jeden zweiten Satz zu pressen, hilft nicht und liest sich schlecht. Den Seitenplan und die Texte dazu erarbeiten wir in der Suchmaschinenoptimierung gemeinsam mit dem Betrieb.

Zwei Seiten zum selben Begriff stehen sich gegenseitig im Weg, weil Google nicht erkennt, welche gemeint ist. Besser eine starke Seite als zwei halbe.

Vier Fehler, die bei der Recherche oft passieren

  • Nur nach der Zahl der Suchen entscheiden und die Absicht übersehen.
  • Fachbegriffe verwenden, die Kunden nicht kennen.
  • Die Liste einmal erstellen und nie wieder ansehen, obwohl die Search Console laufend neue Begriffe liefert.
  • Suchbegriffe für Anzeigen und für die Website getrennt betrachten. Was in Google Ads Anfragen bringt, verdient auch eine gute Seite.

Eine Keyword-Liste ist kein Dokument für die Schublade. Sinnvoll ist ein fester Termin alle paar Monate: neue Begriffe aus der Search Console aufnehmen, erledigte Seiten abhaken, Lücken notieren.

Fragen

Häufige Fragen zum Thema.

Welche kostenlosen Werkzeuge reichen für die Keyword-Recherche?

Für einen kleinen Betrieb reichen die Vorschläge der Google-Suche, die Search Console und der Keyword-Planer. Kostenpflichtige Werkzeuge liefern mehr Vergleichsdaten zu Mitbewerbern und lohnen sich erst, wenn viele Seiten und Themen zu planen sind.

Wie finde ich die Keywords meiner Mitbewerber?

Am einfachsten über die Suche selbst: die wichtigsten Begriffe eingeben, die Seiten der Mitbewerber auf den vorderen Plätzen öffnen und auf Seitentitel, Überschriften und Menü achten. Daraus wird schnell klar, welche Themen dort eine eigene Seite haben. Kostenpflichtige SEO-Werkzeuge zeigen zusätzlich, bei welchen Begriffen eine fremde Website erscheint.

Wie viele Keywords gehören auf eine Seite?

Ein Hauptthema und einige eng verwandte Begriffe, die derselbe Text mit beantwortet. Sobald zwei Begriffe unterschiedliche Fragen stellen, brauchen sie getrennte Seiten.

Wie oft muss ein Keyword im Text vorkommen?

Dafür gibt es keinen festen Wert. Der Begriff steht in Titel, Überschrift und Einleitung und kommt danach so oft vor, wie es beim normalen Schreiben passiert. Google versteht auch verwandte Formulierungen.

Sind Keywords mit Ortsnamen sinnvoll?

Ja, für Betriebe mit Einzugsgebiet gehören sie zu den wichtigsten überhaupt. Der Ort steht auf den Seiten, die er wirklich betrifft: Startseite, Kontakt und eigene Ortsseiten mit echtem Inhalt. Eine Liste von Ortsnamen im Fußbereich bringt nichts. Wie Ortsseiten und Unternehmensprofil zusammenspielen, steht bei Local SEO.

Mike Heinbuch

Mike Heinbuch

Webdesigner und Softwareentwickler, seit 2021 selbstständig. Über 80 Projekte für Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz, vor Ort im Raum München und Dachau.

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