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Mehr Google-Bewertungen bekommen: So fragst du richtig

Mehr Google-Bewertungen bekommt, wer danach fragt: persönlich, im richtigen Moment und mit einem Link, der direkt zum Bewertungsfenster führt. Zufriedene Kunden bewerten selten von allein, verärgerte deutlich öfter. Ein fester Ablauf im Betrieb gleicht das aus, ohne gekaufte Sterne und ohne Gegenleistung.

Von Mike Heinbuch6 Minuten Lesezeit

Titelgrafik zum Beitrag: Google-Bewertungen

Kurz gesagt

  • Der beste Zeitpunkt für die Frage ist der Moment, in dem der Kunde sichtbar zufrieden ist: bei der Abnahme, nach dem Termin, bei der Abholung.
  • Ein kurzer Bewertungslink und ein QR-Code machen aus der guten Absicht eine Sache von zwei Minuten.
  • Gekaufte Bewertungen, Gegenleistungen und das Aussieben unzufriedener Kunden verstoßen gegen die Richtlinien von Google.
  • Antworten auf Bewertungen lesen vor allem die Menschen, die sich noch nicht entschieden haben.

Warum Warten nicht funktioniert

Wer mit einer Leistung zufrieden ist, hakt sie ab und kehrt in seinen Alltag zurück. Eine Bewertung zu schreiben, kommt den wenigsten in den Sinn. Wer sich geärgert hat, sucht dagegen ein Ventil und findet es im Profil des Betriebs. Ohne eigenes Zutun zeigt das Profil deshalb leicht ein schlechteres Bild, als die tägliche Arbeit verdient.

Die Lösung ist unspektakulär: fragen, und zwar jedes Mal, wenn ein Auftrag gut gelaufen ist, statt einmal im Jahr mit einer Rundmail. Bewertungen sind neben dem Profil selbst ein Kernstück von Local SEO, weil sie Bekanntheit und Vertrauen zugleich aufbauen.

Der richtige Moment hängt von der Branche ab

Gefragt wird dann, wenn das gute Ergebnis frisch ist und der Kunde es vor Augen hat. Wo dieser Moment liegt, unterscheidet sich von Betrieb zu Betrieb.

BetriebGuter MomentWeg zur Bewertung
Handwerk und MontageBei der Abnahme, wenn das fertige Ergebnis vor dem Kunden stehtQR-Code auf dem Abnahmeprotokoll oder der Rechnung
Salon, Studio und PraxisNach dem Termin am EmpfangAufsteller mit QR-Code, Karte zum Mitnehmen
Handel und WerkstattBei der Abholung, wenn alles passtKarte in der Tüte oder am Schlüssel, Link in der Abholnachricht
Beratung und DienstleistungNach einem abgeschlossenen Projekt oder einem ausdrücklichen LobPersönliche Nachricht mit dem Link

Gemeinsam ist allen Fällen: Die Frage kommt von einem Menschen, den der Kunde kennt, und der Weg zur Bewertung liegt in derselben Minute bereit. Zwei Wochen später ist der gute Eindruck verblasst, und die Bitte wirkt wie eine Pflichtübung.

Google stellt für jedes Unternehmensprofil einen kurzen Link bereit, der ohne Umweg das Fenster für eine Bewertung öffnet. Google selbst spricht von Rezensionen. Die Einrichtung dauert wenige Minuten.

  1. Im Google-Unternehmensprofil den Bereich für Rezensionen öffnen und die Funktion zum Einholen von Bewertungen wählen. Dort steht der Link zum Kopieren.
  2. Den zugehörigen QR-Code speichern oder aus dem Link erzeugen und mit zwei verschiedenen Handys testen.
  3. Den Code dorthin bringen, wo der Kunde im passenden Moment hinsieht: Rechnung, Abnahmeprotokoll, Aufsteller, Visitenkarte.
  4. Den Link als Textbaustein für E-Mail und Messenger ablegen, damit ihn jeder im Team zur Hand hat.

Der Link erspart dem Kunden die Suche nach dem Betrieb. Ein Google-Konto braucht er trotzdem, daran führt kein Weg vorbei.

So klingt eine Bitte, die niemand als lästig empfindet

Eine gute Bitte ist kurz, ehrlich und lässt dem Kunden die Wahl. Fünf Sterne verlangt sie nicht, und einen Text gibt sie auch nicht vor. Drei Beispiele für verschiedene Situationen:

  • Persönlich bei der Abnahme: „Wenn alles passt, freuen wir uns über eine Bewertung bei Google. Der Code steht hier auf dem Protokoll.“
  • Per Nachricht nach dem Termin: „Danke für den Besuch heute. Eine kurze Bewertung bei Google hilft anderen bei der Suche und uns bei der Arbeit. Hier ist der Link.“
  • Nach einem Lob am Telefon: „Das freut uns sehr. Genau dieser Satz wäre bei Google viel wert. Den Link schicken wir gleich mit.“

Hilfreich ist ein Hinweis, was eine gute Bewertung ausmacht: welche Leistung es war und wie der Ablauf lief. Solche Texte helfen anderen Suchenden mehr als fünf Sterne ohne Worte. Fertige Texte zum Abschreiben sind dagegen tabu.

Diese Wege sind tabu

Google hat klare Richtlinien für Bewertungen, und auch das Wettbewerbsrecht setzt Grenzen. Die folgenden Wege kosten im schlechten Fall das ganze Profil oder enden mit einer Abmahnung.

  • Bewertungen kaufen. Gefälschte Bewertungen werden gelöscht, häufig in ganzen Schüben, und Werbung damit ist rechtlich angreifbar.
  • Gegenleistungen anbieten. Rabatt, Gutschein, Gewinnspiel oder ein kleines Geschenk im Tausch gegen eine Bewertung schließen die Richtlinien aus, auch wenn die Bewertung ehrlich gemeint ist.
  • Unzufriedene aussieben. Wer vorab abfragt, ob jemand zufrieden ist, und nur diese Kunden zu Google schickt, verstößt ebenfalls gegen die Richtlinien.
  • Selbst oder im Team bewerten. Inhaber, Mitarbeiter und Angehörige bewerten den eigenen Betrieb nicht, auch nicht mit privaten Konten.
  • Mitbewerber schlecht bewerten. Das versteht sich von selbst und kommt trotzdem vor.

Eine Bitte um Bewertung per E-Mail oder Messenger kann rechtlich als Werbung gelten. Ob dafür eine Einwilligung nötig ist, klärt eine Rechtsberatung. Dieser Beitrag ersetzt sie nicht.

Jede Bewertung verdient eine Antwort

Auf jede Bewertung folgt eine Antwort, am besten innerhalb weniger Tage. Bei Lob genügt ein persönlicher Dank, der auf den Auftrag eingeht, statt eines immer gleichen Standardsatzes. Wer bei Google sucht, liest diese Antworten mit und schließt daraus, wie der Betrieb mit seinen Kunden umgeht.

Wenn eine schlechte Bewertung kommt

  • Eine Nacht darüber schlafen und erst dann sachlich antworten.
  • Das Erlebnis ernst nehmen, ohne sich zu rechtfertigen oder den Ablauf nachzuerzählen.
  • Keine Details über den Auftrag oder die Person nennen.
  • Ein Gespräch anbieten, mit Telefonnummer oder E-Mail-Adresse.

Bewertungen, die beleidigen, von Unbeteiligten stammen oder erkennbar einen anderen Betrieb meinen, lassen sich im Profil bei Google melden. Eine einzelne kritische Stimme zwischen vielen guten schadet nach unserer Erfahrung selten. Sie zeigt eher, dass die Bewertungen echt sind.

Ein Ablauf, der im Alltag durchhält

Bewertungen kommen nur dann dauerhaft, wenn die Frage zum Ablauf gehört und nicht vom Gedächtnis einzelner abhängt. Drei Festlegungen genügen:

  • Wer fragt? Die Person, die den Auftrag abschließt: Monteur, Empfang oder Projektleitung.
  • Wann? An einem festen Punkt im Ablauf, etwa bei Abnahme, Bezahlung oder Abholung.
  • Womit? Code und Link liegen genau dort bereit, wo dieser Punkt stattfindet.

Viele Bewertungen in einer Woche und danach monatelang keine wirken unnatürlich. Ziel ist ein gleichmäßiger Zufluss, und der entsteht von selbst, wenn nach jedem guten Auftrag gefragt wird. Die gesammelten Stimmen gehören danach auch auf die Website, im Wortlaut und mit Quelle. Wie das aussehen kann, zeigt unsere Seite mit Kundenstimmen von Google und Fiverr.

Fragen

Häufige Fragen zum Thema.

Darf ein Betrieb seine Kunden um eine Google-Bewertung bitten?

Ja, die Bitte selbst ist erlaubt, Google stellt dafür sogar den Link bereit. Nicht erlaubt sind Gegenleistungen, Vorgaben zum Inhalt und das gezielte Auswählen zufriedener Kunden.

Lässt sich eine schlechte Bewertung löschen?

Nur, wenn sie gegen die Richtlinien von Google verstößt, etwa durch Beleidigungen oder weil sie erkennbar einen anderen Betrieb meint. Kritik, die auf einem echten Erlebnis beruht, bleibt stehen. Dann hilft eine gute Antwort. Ob rechtlich mehr möglich ist, beurteilt ein Anwalt.

Wie viele Bewertungen braucht ein Betrieb?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Ein brauchbarer Maßstab sind die Betriebe, die bei denselben Suchen in der Karte stehen. Wichtiger als die reine Menge ist, dass regelmäßig neue Bewertungen dazukommen und die jüngsten nicht Jahre alt sind.

Warum ist eine Bewertung plötzlich verschwunden?

Google filtert Bewertungen automatisch und trifft dabei gelegentlich auch echte. Als Auslöser gelten zum Beispiel sehr viele Bewertungen in kurzer Zeit. Ein gleichmäßiger Zufluss über das ganze Jahr beugt dem vor.

Mike Heinbuch

Mike Heinbuch

Webdesigner und Softwareentwickler, seit 2021 selbstständig. Über 80 Projekte für Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz, vor Ort im Raum München und Dachau.

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