Druckdaten richtig anlegen: Beschnitt, Farbraum, Auflösung
Druckdaten sind richtig angelegt, wenn fünf Dinge stimmen: das Endformat mit Beschnitt, der Farbraum CMYK, Bilder mit 300 dpi in Druckgröße, eingebettete Schriften und ein PDF nach den Vorgaben der Druckerei. Die Anleitung geht diese Punkte in sieben Schritten durch, am Beispiel eines Flyers im Format A6.

Kurz gesagt
- Maßgeblich ist das Datenblatt der Druckerei. Es nennt Beschnitt, Farbprofil und die gewünschte PDF-Fassung.
- Der Beschnitt beträgt meist drei Millimeter je Seite, wichtige Inhalte halten zusätzlich Abstand zum Rand.
- Farben werden in CMYK angelegt, Bilder brauchen in ihrer Druckgröße rund 300 dpi.
- Eine Schlusskontrolle am fertigen PDF fängt die häufigsten Fehler ab, bevor die Auflage läuft.
Warum der Bildschirm kein Maßstab für den Druck ist
Eine Bäckerei bestellt Flyer für die Neueröffnung. Am Bildschirm leuchtet das Orange, im Karton liegt ein stumpfes Braunorange. An einer Kante blitzt ein weißer Streifen, und das Logo wirkt verwaschen. Jeder dieser Fehler hat seine Ursache in der Datei und nicht in der Druckmaschine.
Ein Bildschirm mischt Farben aus Licht, die Druckmaschine trägt Farbe auf Papier auf. Dazu kommt die Mechanik: Bedruckte Bogen werden im Stapel geschnitten, und das Messer trifft nie auf den Zehntelmillimeter genau. Druckdaten folgen deshalb festen Regeln, die diese Unterschiede ausgleichen.
Schritt 1 und 2: Datenblatt lesen, Format mit Beschnitt anlegen
- Datenblatt der Druckerei besorgen. Jede Druckerei veröffentlicht für jedes Produkt die Vorgaben: Endformat, Beschnitt, Farbprofil, Auflösung und die gewünschte Art von PDF. Dieses Blatt wird gelesen, bevor die Datei entsteht.
- Dokument im Endformat plus Beschnitt anlegen. Der Flyer A6 misst fertig 105 × 148 Millimeter. Mit drei Millimetern Beschnitt je Seite ist die Datei 111 × 154 Millimeter groß. Farbflächen und Bilder, die bis zur Kante reichen sollen, werden bis an diesen äußeren Rand gezogen.
Drei Millimeter sind der häufigste Wert. Manche Online-Druckereien verlangen nur einen oder zwei Millimeter, Großformate wie Banner deutlich mehr. Zusätzlich gilt ein Sicherheitsabstand: Texte und Logos bleiben mindestens drei bis fünf Millimeter vom Endformat entfernt.
| Drucksache | Endformat | Datei mit 3 mm Beschnitt |
|---|---|---|
| Visitenkarte | 85 × 55 mm | 91 × 61 mm |
| Flyer A6 | 105 × 148 mm | 111 × 154 mm |
| Flyer A5 | 148 × 210 mm | 154 × 216 mm |
| Blatt A4 | 210 × 297 mm | 216 × 303 mm |
Beschnitt und Sicherheitsabstand sind zwei verschiedene Dinge. Der Beschnitt liegt außerhalb des Endformats und fällt beim Schneiden weg. Der Sicherheitsabstand liegt innen und bleibt frei von wichtigen Inhalten.
Schritt 3: Farben in CMYK anlegen
Fotos vom Handy und Grafiken für die Website liegen in RGB vor, dem Farbraum der Bildschirme. Gedruckt wird mit den vier Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz, kurz CMYK. Bei der Umwandlung verlieren leuchtende Töne an Kraft, vor allem kräftiges Grün, Orange und Blauviolett. Wer von Anfang an in CMYK arbeitet, sieht diesen Effekt früh und kann die Farbe anpassen.
Die Druckerei nennt außerdem ein Farbprofil. Es beschreibt, wie Farbe auf einem bestimmten Papier wiedergegeben wird. Für gestrichenes Papier verlangen viele Druckereien in Europa ISO Coated v2 oder das neuere PSO Coated v3, für ungestrichenes Naturpapier ein eigenes Profil.
- Schwarzer Text besteht nur aus der Druckfarbe Schwarz. Ein Schwarz, das aus allen vier Farben gemischt ist, lässt kleine Schrift unscharf wirken.
- Große schwarze Flächen wirken mit Schwarz allein eher grau. Dafür nennen Druckereien eine Mischung, oft Tiefschwarz genannt.
- Sehr dunkle Mischfarben dürfen den höchsten Farbauftrag aus dem Datenblatt nicht überschreiten, sonst trocknet der Bogen schlecht.
- Sonderfarben stehen nur dann in der Datei, wenn sie auch bestellt sind. Sonst werden sie vorher in CMYK umgewandelt.
Schritt 4: Bilder mit genug Auflösung einsetzen
Für Drucksachen, die man in der Hand hält, gilt der Richtwert 300 dpi. Gemeint ist die Auflösung in der Größe, in der das Bild gedruckt wird. Ein Foto mit 1200 Pixeln Breite ergibt bei 300 dpi rund zehn Zentimeter. Für ein Bild, das den A6-Flyer ganz füllt, braucht es etwa 1300 × 1800 Pixel.
Bilder von der eigenen Website sind für den Bildschirm verkleinert und deshalb fast immer zu klein. Hochrechnen im Programm bringt keine Details zurück. Besser ist die Originaldatei aus der Kamera oder ein neuer Fototermin.
Zwei Ausnahmen sind wichtig. Plakate und Banner werden aus der Entfernung betrachtet und kommen mit weniger aus, Druckereien nennen hier oft Werte zwischen 100 und 150 dpi. Logos und Schrift gehören als Vektoren in die Datei, dann spielt die Auflösung keine Rolle. Liegt das eigene Zeichen nur als kleines Bild vor, sollte zuerst das Logo als Vektordatei neu aufgebaut werden.
Schritt 5: Schriften und feine Linien absichern
Schriften werden in das PDF eingebettet oder in Formen umgewandelt. Fehlt eine Schrift, ersetzt die Software der Druckerei sie durch eine andere, oder die Datei kommt mit einer Fehlermeldung zurück.
Sehr kleine Schrift ist im Druck heikler als am Bildschirm. Unter sechs Punkt wird es schnell unleserlich. Helle Schrift auf dunklem Grund braucht mehr Größe und einen kräftigeren Schnitt, weil die umgebende Farbe leicht in die Buchstaben läuft. Für Linien nennen Druckereien eine Mindeststärke, häufig rund 0,25 Punkt. Dünnere Linien brechen weg.
Schritt 6: Das PDF nach Vorgabe ausgeben
Druckereien arbeiten mit PDF/X, einer Normfamilie für Druckvorlagen. Gängig sind PDF/X-1a, PDF/X-3 und PDF/X-4. Der wichtigste Unterschied: PDF/X-4 erhält Transparenzen, PDF/X-1a rechnet sie vorher zusammen. Welche Fassung gewünscht ist, steht im Datenblatt.
- Beschnitt beim Export einschalten. Der häufigste Fehler ist ein Dokument mit Beschnitt, das ohne Beschnitt ausgegeben wird.
- Schnittmarken nur setzen, wenn die Druckerei sie verlangt. Viele Online-Druckereien wollen ausdrücklich keine.
- Einzelseiten ausgeben, keine Doppelseiten nebeneinander.
- Bei Falzflyern die Vorlage der Druckerei verwenden. Beim Wickelfalz ist die eingeklappte Seite zwei bis drei Millimeter schmaler.
- Bei Broschüren mit Klammerheftung ist die Seitenzahl durch vier teilbar.
Programme für Briefe und Präsentationen arbeiten in RGB und kennen von Haus aus keinen Beschnitt. Für einen Aushang aus dem Bürodrucker reicht das. Für eine Auflage bei der Druckerei führt es regelmäßig zu Rückfragen.
Schritt 7: Schlusskontrolle am fertigen PDF
Kontrolliert wird immer die Datei, die tatsächlich hochgeladen wird, und nicht das offene Dokument im Gestaltungsprogramm.
- Stimmt die Seitengröße einschließlich Beschnitt mit dem Datenblatt überein?
- Reichen alle Flächen und Bilder, die an die Kante stoßen, bis zum äußeren Rand?
- Halten Texte und Logo den Sicherheitsabstand ein?
- Sind alle Schriften eingebettet? Das zeigen die Dokumenteigenschaften im PDF-Programm.
- Liegt jedes Bild in Druckgröße bei rund 300 dpi, und ist keines mehr in RGB?
- Stimmen Telefonnummer, Adresse, Datum und Öffnungszeiten? Diese Prüfung übernimmt am besten eine zweite Person.
Die Datenprüfung der Druckerei schaut auf Technik, nicht auf Inhalt. Ein Zahlendreher in der Telefonnummer wird ohne Rückfrage gedruckt.
Wann sich Unterstützung lohnt
Für eine einfache Karte genügen oft die Vorlagen, die Druckereien zum Herunterladen anbieten. Anspruchsvoller wird es, sobald eine feste Hausfarbe getroffen werden muss, eine Broschüre mehrere Seiten hat oder ein Fahrzeug beschriftet wird. Dort kostet ein Fehler in der Datei schnell die ganze Auflage.
Wir gestalten Drucksachen selbst und legen die Druckdaten nach dem Datenblatt der jeweiligen Druckerei an. Auf Wunsch stimmen wir uns direkt mit Druckerei oder Folierer ab. Was dazugehört, steht auf der Seite Printdesign.









