Werbevideo erstellen lassen: Ablauf vom Konzept zum Clip
Wer ein Werbevideo erstellen lassen will, geht sieben Schritte: Ziel festlegen, Ablauf skizzieren, Material sammeln, umsetzen, vertonen, korrigieren und in den passenden Formaten ausgeben. Die wichtigste Arbeit liegt am Anfang, lange bevor das erste Bild entsteht. Dieser Beitrag zeigt, was in jedem Schritt passiert und was der Betrieb selbst beisteuern kann.

Kurz gesagt
- Ein Werbevideo hat genau ein Ziel und eine Kernaussage. Jedes weitere Thema wird ein eigener Clip.
- Ob gefilmt oder animiert wird, hängt davon ab, ob sich die Leistung vor der Kamera zeigen lässt.
- Korrekturen sind am Ablaufplan schnell erledigt und am fertigen Video aufwendig.
- Zur Übergabe gehören Fassungen für jede Plattform, Untertitel und ein Titelbild.
Vor dem ersten Bild: Was soll das Video erreichen?
Ein Fensterbauer möchte ein Werbevideo. Im ersten Gespräch kommen sechs Wünsche zusammen: die Beratung zeigen, die Fertigung, die Montage, das Team, dazu Auszubildende finden und den neuen Standort bekannt machen. Jeder Wunsch ist berechtigt, zusammen ergeben sie aber sechs Videos und nicht eines.
Ein Werbevideo wirkt, wenn es eine einzige Sache sagt. Vier Fragen bringen diese Sache ans Licht:
- Wer soll das Video sehen: neue Kunden, Stammkunden, Bewerber?
- Wo läuft es: im Feed, als Anzeige, auf der Website, auf dem Bildschirm im Laden?
- Was soll der Zuschauer danach tun: anrufen, buchen, die Seite besuchen?
- Welcher eine Satz soll hängen bleiben?
Die Antworten passen auf eine halbe Seite, und diese halbe Seite ist das Konzept, an dem später jede Szene gemessen wird.
Gefilmt oder animiert: zwei Wege zum Werbevideo
| Frage | Gefilmtes Video | Animiertes Video |
|---|---|---|
| Wofür geeignet? | Handwerk, Gastronomie, Praxis: alles mit Menschen, Räumen und sichtbarer Arbeit | Software, Apps, Dienstleistungen und Produkte, die sich schwer filmen lassen |
| Was ist die Grundlage? | Ein Drehtag im Betrieb | Logo, Farben, Fotos und Ansichten der Anwendung |
| Was passiert bei Änderungen? | Neue Bilder brauchen einen neuen Dreh | Texte und einzelne Szenen lassen sich austauschen |
| Was ist die Stärke? | Nähe durch echte Gesichter und Orte | Klarheit bei Abläufen und Zusammenhängen |
Bei der Videoproduktion machen die Aufnahmen feste Videografen, mit denen wir seit Jahren arbeiten. Animierte Werbevideos und Reels entstehen bei uns vom Konzept über die Animation bis zum fertigen Clip in allen Formaten. Beide Wege lassen sich mischen, etwa wenn gefilmte Szenen durch animierte Texte und Grafiken ergänzt werden.
Der Ablauf in sieben Schritten
- Ziel und Publikum festlegen. Die vier Fragen von oben werden beantwortet und schriftlich festgehalten.
- Ablaufplan schreiben. Szene für Szene steht fest, was zu sehen ist, welcher Text im Bild erscheint und wie lange die Szene dauert. Der Plan passt auf ein Blatt.
- Material sammeln. Logo, Farbwerte, Schrift und Fotos kommen zusammen. Bei Software wird eine Demo mit erfundenen Beispieldaten vorbereitet.
- Umsetzen. Es wird gedreht oder animiert. Am Ende dieses Schritts steht eine erste Fassung, die den ganzen Ablauf zeigt.
- Musik und Ton anlegen. Die Musik gibt das Tempo vor, Schnitte und Bewegungen sitzen auf dem Takt. Geräusche wie ein Klick oder ein Wischen machen Animationen greifbar.
- Korrigieren. Alle Beteiligten sammeln ihre Anmerkungen in einer Liste, am besten mit Sekundenangabe. Eine gebündelte Runde ist schneller als fünf einzelne Nachrichten.
- Fassungen ausgeben. Das fertige Video wird in den Formaten der Plattformen gespeichert und mit Untertiteln und Titelbild übergeben.
Änderungen am Ablaufplan kosten Minuten, Änderungen am fertigen Video kosten Tage. Deshalb wird der Plan freigegeben, bevor die Umsetzung beginnt.
Der Einstieg entscheidet, ob jemand weiterschaut
Im Feed gibt es keinen Vorspann. Beginnt ein Clip mit einer Logo-Animation, ist die Aufmerksamkeit oft schon weg, bevor die Aussage kommt. Besser beginnt das Video mit dem Problem oder mit dem Ergebnis: mit der Frage „Schon wieder ein Termin doppelt vergeben?“ oder mit der fertigen Terrasse im Abendlicht.
- Ein Gedanke je Szene, nicht drei gleichzeitig.
- Wenige, große Wörter im Bild, die am Handy ohne Mühe lesbar sind.
- Verständlich ohne Ton, weil viele Menschen Videos zunächst stumm ansehen.
- Am Schluss ein klarer nächster Schritt: die Adresse der Website, die Telefonnummer, der Hinweis auf die Buchung.
- Das Logo steht am Ende, nicht am Anfang.
Musik und Ton: Wo die Fallstricke liegen
Bekannte Songs sind für Werbung selten eine Lösung. Unternehmenskonten haben auf den Plattformen meist nur Zugriff auf eine eingeschränkte Auswahl, und für Anzeigen oder die eigene Website braucht es ohnehin eine eigene Lizenz. Wer Musik ohne passende Rechte unterlegt, riskiert stumme oder gesperrte Videos.
Sauber sind zwei Wege. Der erste ist lizenzierte Musik aus einer Bibliothek, deren Lizenz die gewerbliche Nutzung und alle geplanten Kanäle abdecken muss. Der zweite ist eigens komponierte Musik. Sie gehört nur zu diesem Betrieb, passt im Takt genau zum Schnitt und sorgt über mehrere Clips hinweg für Wiedererkennung. Bei uns entsteht sie auf Wunsch zusammen mit dem Video.
Was du für den Start bereithalten kannst
Je besser die Vorbereitung, desto schneller steht der Ablaufplan. Diese Dinge helfen am meisten:
- das Logo als Vektordatei, dazu Farbwerte und der Name der Hausschrift
- drei bis fünf Aussagen, mit denen du Kunden im Gespräch am häufigsten überzeugst
- Fotos vom Betrieb oder vom Produkt in voller Auflösung
- bei Software ein Zugang zu einer Demo ohne echte Kundendaten
- zwei Videos anderer Firmen, die dir gefallen, und eines, das dir nicht gefällt
- eine Person im Betrieb, die Freigaben erteilt
Der letzte Punkt wird unterschätzt, denn wenn mehrere Personen nacheinander entscheiden, dreht sich die Korrektur im Kreis.
Diese Fassungen gehören zur Übergabe
- Hochformat 9:16 für Reels, TikTok und YouTube Shorts
- Hochformat 4:5 oder Quadrat für Beiträge im Feed
- Querformat 16:9 für Website, YouTube und Präsentationen
- Untertitel, eingebaut ins Bild oder als eigene Datei
- ein Titelbild je Format und ein kurzer Text für den Beitrag
Bei animierten Videos wird für jedes Format das Bild neu angeordnet, damit Texte und Motive nicht am Rand abgeschnitten werden. Für Kampagnen entstehen zusätzlich kurze Varianten mit unterschiedlichen Einstiegen. So lässt sich bei Meta Ads vergleichen, welcher Anfang besser ankommt. Die Rechte am fertigen Video gehen an den Kunden.
Was den Aufwand für ein Werbevideo bestimmt
- die Länge und die Zahl der Szenen
- ein Drehtag vor Ort oder reine Animation
- räumliche Darstellungen aus der 3D-Animation
- eigens komponierte Musik oder Musik aus einer Bibliothek
- die Zahl der Formate und Sprachfassungen
- ein Einzelstück oder eine Reihe im selben Stil
Eine Reihe hat einen Vorteil: Stil, Farben und Musik werden einmal entwickelt, jeder weitere Clip baut darauf auf. Feste Beträge nennen wir nicht, weil jedes Vorhaben einzeln kalkuliert wird. Die Grundlagen dafür stehen auf der Seite Kosten.









